Am 3. Tag ging es dann weiter nach Yangshou. Hier fuhren wir mit der Fähre von Guilin nach Yangshou auf dem Li River. Wir starteten um 10:00 am Hafen und waren überrascht, dass wir nicht das einzige Schiff waren. Mit uns machten sich ungefähr 40 andere Schiffe auf den Weg und wir bildeten eine Flotte. Alle fuhren hintereinander, da der Fluss sehr trocken war und sonst die Gefahr bestanden hätte, stecken zu bleiben.
Kaum sind wir los gefahren stürmte ich auch schon an Deck und bin ganz oben auf das Dach des Schiffes gestiegen. Anfangs waren viele oben, doch sie hatten irgendwann genug und wir waren dann noch ca. 15 Leute, die die ganze Zeit oben waren und die Aussicht genossen haben. Darunter ein Professor mit seinem Vater aus Heidelberg, ein Paar gebürtig aus Freiburg, dass dann aber nach Berlin gezogen ist, eine Familie aus Japan, ein älteres Ehepaar um die 60 aus den USA, eine Familie mit 2 Töchtern die aus den USA stammen, aber nach China ausgewandert sind, ein Chinese und ich.

Es war echt witzig, da wir immer einen anderen Gesprächspartner hatten und uns untereinander richtig gut verstanden haben. Wir hatten 2 Guides an Bord, die uns alles auf English erklärt haben und es auch perfekt gesprochen haben. Das war sehr angenehm, weil sie mit den Chinesen sich eben auf Mandarin bzw. Kantonesisch unterhalten haben und mit uns auf Englisch.
Während der Fahrt sind wir an vielen tollen Bergen, ufern und Landschaften vorbei gekommen. Die Aussicht war einfach genial und das meist benutzte Wort an Bord war wohl „wunderschön“ bzw. „beautyfull“.
Um 12:30 gab es Mittagessen wobei man bei den meisten glauben konnten, es wäre das letzte Mal vor dem Weltuntergang. Die haben sich die Teller vollgemacht bis zum umfallen und sich dann gewundert, warum die Küche nit hinterher kommt :-)
Wobei das Essen alles sehr frisch war. Sogar so frisch, dass wir die Fische frisch aus dem Fluss bekommen haben. Hierzu sind neben uns die ganze Zeit Fischerboote getuckert und wenn ein Schiff Fisch benötigte hat es gehupt, das Boot ist rangefahren und hat den Fisch gebracht und ist dann wieder weggedüst. So einfach kann es sei einzukaufen.
Um 14:30 kamen wir dann an und hatten eine halbe Stunde Zeit bis unsere Tour in die Dörfer losgeht… alles eigentlich kein Problem, doch in meinem Hotel angekommen meinten sie, sie hätten kein Zimmer mehr frei und haben mich deswegen gestern versucht anzurufen. Dass ich aber schon 3 Wochen im Vorraus gebucht hatte war egal. Nach einem hin und her hab ich meine Sachen abgestellt und gesagt, sie haben jetzt 3 Stunden Zeit um mir ein Zimmer zu suchen und bin zur Tour aufgebrochen.
Angefangen hat es außerhalb auf einem kleinen Ausläufer des Li Rivers. Wir haben eine Bambus-Fahrt gemacht. Also auf einem Floß sind wir den Fluss hinab gefahren und haben es uns gut gehen lassen. Eine Einheimische hat uns dann noch ein Lied vorgesungen während wir auf dem Boot gefahren sind und wir haben uns den Fluss hinabtreiben lassen.
Danach musste uns der arme Mann, der uns schon Flussabwärts gefahren hatte auch noch den gleichen Weg gegen den Strom wieder hinauf zerren. Dafür hatte er einen 3 Meter langen Bambus-Stock und hat damit dann das Floß nach vorne getrieben.
Danach sind wir in eines der Dörfer gefahren und haben uns dort umgesehen (natürlich dann zu Fuß). Es war komisch, weil die Leute hier so arm waren und nicht einmal Möbel hatten. Sie hatten vielleicht eine Decke oder so etwas wie einen Tisch, aber sonst nichts. Das war schlimm anzusehen, weil man selbst ja auf einem so hohen Niveau jammert… davon Fotos zu machen hab ich mich dann au nit immer getraut, aus Respekt vor den Bewohnern und da sie das auch nicht so sehr mögen, was ja auch verständlich ist. Schließlich will man au nit, das bei einem daheim jemand herum läuft und alles abknipst.
Danach haben wir noch die Dragon-Bridge begutachtet und Fotos gemacht und sind dann wieder in die Stadt Yangshou gefahren.
Dort angekommen musste nun erst einmal das Problem mit dem Hotel geklärt werden. Als ich reinkam meinte der Rezeptionist (Mark) gleich, dass sie ein Zimmer für mich hätten in einem Schwestern-Hostel. Also bin ich mit dem Manager, der danach 4 zusammen gehörenden Hotels und Hostels, in das andere Hostel gefahren. Auf einem Roller, mit meinem Koffer und meiner Tasche. Es war auch überhaupt nicht eng oder unbequem ;-)
Dort sind wir dann in ein sehr heruntergekommenes Haus herein und ganz oben sollte mein Zimmer sein. Naja, es war eher eine Kammer. Die Matratze lag auf dem Boden, es war nur eine Glühbirne vorhanden, keine Fenster und das Bad war schrecklich: ein Loch im Boden als Klo und keine Dusche. Ich sollte mich in einen großen Wasserkübel setzen und mich wie im Mittelalter baden, wobei es kein warmes Wasser gäbe und dafür auch noch Geld verlangen…
Dann hab ich erst einmal meine Meinung vertreten und nach einigem hin und her, hatten sie komischerweise doch noch ein Zimmer übrig in dem Hotel, in dem ich vorher war. Also alles wieder einpacken, auf den Roller drauf und wieder zurückfahren.
Dann bekam ich endlich mein gewünschtes Zimmer: mit eigenem Bad, normalem Klo, Dusche einem richtigen Bett und mit Fenster. Ich war überglücklich. Mark hat mir dann erzählt, dass das Zimmer von 2 Männern reserviert wurde, sie aber schon vor 6 Stunden hätten einchecken müssen und ich das jetzt haben kann. So also, dachte ich, ist auch mein Zimmer „verschwunden“…
Nach einer kurzen Dusche ging es schnell was essen im Hotel und da kam dann die Überraschung. Ich saß gemütlich da mit meinem Reis, als plötzlich die Tür aufging und 2 Männer hereinkamen. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass es jetzt erst richtig lustig werden würde…
Also fragten sie nach dem Zimmer und der Manager hatte mir nur einen kurzen Blick zugeworfen und ich wusste, dass das die von meinem Zimmer waren. Also haben der Manager (Rossie)und Mark sich dann unterhalten, von wegen dass sie das Zimmer jetzt vergeben hätten und wo sie die beiden sonst hinstecken könnten. Natürlich auf Chinesisch, blöd war nur, dass der eine von beiden perfekt Chinesisch sprach und alles verstand was sie gesagt hatten.
Dann ging erst einmal eine ewige Standpauke los, wie sie nur so etwas tun könnten. Ich bin am Tisch immer kleiner geworden und hab mich an meinem Reis fast verschluckt. Die Männer haben sich dann weiter auf Englisch unterhalten und voll auf den Gast losgeschimpft. Ich hoffte nur, dass Rossie mich nit verpfiff, aber das hat er zum Glück nicht gemacht, sonst wäre ich jetzt schon einen Kopf kürzer.
Dann haben die mein „altes“ Zimmer bekommen und ich denen ihrs. Eigentlich ein fairer Tausch :-D
Nach der ganzen Aufregung bin ich dann au ins Bett gehuscht und hab von dem nächsten Tag geträumt.
Chinabraut - So, 10. Okt, 07:41
Am 2. Tag hatte ich den Besuch der Reis Terrassen von Longsheng auf dem Programm. Morgens um kurz nach 8 ging die Fahrt los. Der Bus holte mich direkt vor meinem Hotel ab und wir fuhren 1 Stunde bis wir den Bus wechseln mussten. In der Zwischenzeit hat sich Sarah unser Guide vorgestellt und uns über das Programm informiert, diesmal war alles auf Englisch :-D
Wir sollten uns auf 2 kleinere Busse verteilen, was jedoch ziemlich schwierig war. Um die 20 Gruppen mit jeweils 40 Leuten wollten ebenfalls dort hinauf und es gab leider nicht so viele Busse. So stritten sich die Guides um die Busse und nach 1,5 Stunden hatte Sarah gewonnen und wir bekamen unsere 2 Busse. Mit einem guten Gefühl sind wir jedoch nicht eingestiegen, da die Busfahrer die Busse, die gerade von oben heruntergekommen sind, abgespritzt haben. Eigentlich ja nit schlimm, aber sie haben die Bremsen gekühlt, weil diese zu heiß gelaufen sind. Da freut man sich echt wahnsinnig auf die Busfahrt und hofft, dass der Goldfisch von gestern einem doch noch ein bissl Glück bringt :-D
Dort hab ich auch Daisy und Sunshine kennen gelernt. Die 2 Chinesinnen sind mit ihrem Bruder und dem Freund von Sunshine unterwegs gewesen. Ich hab mich ihnen angeschlossen und wir haben den ganzen Tag zusammen verbracht. Die 4 sind echt süß :-D
Wir fingen in dem kleinen Dorf Ping An an. Dort leben die Gruppen Miao und Dong, beide sind Minderheiten in China. Die Dong haben ganz spezielle Traditionen: die Frauen dürfen sich ihre Haare nur einmal in ihrem Leben schneiden. Dieser Tag ist genau festgelegt. Es ist der 18. Geburtstag, der Tag an dem sie volljährig werden. Dann bekommen sie ihren Kopf kahl rasiert und dürfen ihre Haare nie wieder schneiden.
Sie tragen auch nur ihre selbst genähte Kleidung. Sie weben die Stoffe selbst und nähen es auch selbst wieder zusammen. Sie leben im Einklang mit der Natur und sind meistens Farmer oder Handwerker. Um sich etwas dazu zuverdienen, dürfen wir an ihrem Alltag teilhaben und sie wollen einem auch ständig Sachen verkaufen, aber sie tun es auf eine liebenswerte Art.
Dort haben sie uns auch eine kleine Aufführung gezeigt:
Sie haben das Leben in ihrem Dorf dargestellt. Wie sie ihren Alltag bestreiten, in dem sie Kühe melken, Reis ernten, Brot backen etc. Sie haben uns auch über die Traditionen mit ihren Haaren aufgeklärt. Das mit dem abrasieren wisst ihr ja schon, aber es geht noch weiter…
1. Bis sie verheiratet sind, müssen sie ihre Haare unter einem Tuch verstecken, da nur ihr Ehemann sie ohne Tuch sehen darf und das auch nur nach der Hochzeit.
2. Wenn sie verheiratet sind, dürfen sie ihr Tuch abnehmen, aber müssen ihre Haare um den Kopf wickeln.
3. Wenn sie verheiratet sind und ein Kind haben, dürfen sie ihre Haare offen tragen, müssen es um den Kopf wickeln und über der Stirn müssen sie mit ihren Haaren einen Knubbel formen, ähnlich einem Dutt. So kann man immer den Status einer Frau ablesen.
Dort waren viele ältere Frauen und sie haben für uns auch ihre Haare geöffnet. Die waren ca. 2-3 Meter lang, je nach Alter der Frau. Diese werden auch nur mit zerstoßenem Reis und Wasser gewaschen, was nicht so ein angenehmer Duft ist :-D
Während dem Theater wurde auch eine Hochzeit von 4 Dong-Mädels gezeigt. Dafür suchten sie sich 4 Männer aus dem Publikum aus und einer war natürlich Daisy´s Bruder. Wir haben gegrölt :-)
Dafür bekommen die Frauen ein schwarzes Tuch über den Kopf. Die Männer mussten sich schnell eine Tracht überziehen. Dann musste erst einmal jeder Mann seine Frau wiederfinden und dann wurde ein Gedicht aufgesagt und das Tuch wurde entfernt. Sie mussten dann füreinander singen. Die Männer für die Frauen und die Frauen für die Männer. Nachdem die Männer fertig waren, wurde ihnen von allen Seiten in den Allerwertesten gekniffen.
Dann mussten alle im Kreis tanzen. Immer abwechselnd ein Mann und eine Frau. Außen standen die bereits verheirateten Frauen und haben den Männern bei jeder Drehung in den Allerwertesten gekniffen (keine Ahnung was das für einen Sinn hatte)…
Dann wurden sie vermählt und die Mädels bekamen zum ersten Mal die Haare gesteckt.
Danach mussten wir alle beim herausgehen Reisschnaps trinken und uns haben sie dann auch gekniffen. Echt komische Tradition aber ihnen hat es gefallen :-D
Dann ging es weiter zu den Reisterassen. Dort habe ich dann auch noch 2 Spanier kennen gelernt. Sie waren seit 5 Jahren verheiratet und sehr nett. Sie hieß glaub ich Julia und seinen Namen weiß ich nimma *schäm* also nenne ich ihn hier jetzt einfach Pablo.
Wir haben dann den Rest des Tages zusammen verbracht. Zusammen gegessen, rumgealbert und natürlich sind wir zusammen auf den Gipfel gestiegen.
Unser Restaurant war echt toll, weil dort gab es nur einheimisches Essen. Ich hab mir dann „Bamboo-Rice“ bestellt, hatte aber keine Ahnung was da auf mich zu kam. Erst als mir der kellner dann das Essen brachte hab ich gewusst, weil das so heißt…
Der Reis wird hier mit Gemüse und noch so klebrigem Zeug in einem Bambus-Rohr über dem Feuer geräuchert. Man bekommt dann das 1 Meter lange Rohr auf den Tisch gestellt (Dicke ungefähr 10 cm) und dann schlägt er den Bambus mit einem Hammer auf, und man hat dann schließlich 2 Hälften aus denen man dann den reis puhlen kann. Das war echt fein, obwohl es anfangs komisch aussah.
Pablo hat sich Hühnchen bestellt, was anscheinend auch genießbar war, aber da es nur Hühnchen mit Erdnüssen war und er mit den Stäbchen noch nit so flink war, mussten wir lange warten bis er endlich fertig war. Julia hat sich geweigert dort was zu bestellen und sich mit ihren Chips vergnügt.
Dann sind wir nach weiteren 45 Minuten bergaufstieg endlich oben angekommen.
Der Blick war atemberaubend. Die Reisfelder haben diese gelbe Farbe angenommen, was bedeutet dass der Reis reif zum ernten ist. Die Regierung bezahlt den Reis-Bauern jedoch viel Geld, damit sie diesen später ernten um die Touristen so lange wie möglich bei Stange zu halten, weil wenn der Reis erst einmal weg ist, kommt auch fast kein Tourist mehr hoch. Die Bilder könnt ihr ja auch gleich dazu anschauen, hab jedoch nur eine kleine Auswahl hochgeladen…

Danach ging es wieder schnurrstracks zum Bus und wir kamen abends um 21:00 im Hotel an.
Dann haben wir uns kurz frisch gemacht, umgezogen und ich hab mich mit Sunshine, Daisy und den Jungs zum Abendessen verabredet. Danach sind wir noch einmal über den Night Market geschländert und todmüde ins Bett gefallen :-D
Chinabraut - So, 10. Okt, 07:39
So, nun habt ihr aber lange auf Neuigkeiten warten müssen… Sorry, aber hier in China war Nationalfeiertag und alle hatten eine Woche frei. Da ich jetzt zu den Chinesen dazu gezählt werde, hatte ich natürlich auch eine Woche frei und die Zeit genutzt, um mir China anzusehen, zumindest einen Teil ;-)
Meine Reise startete am 2. Oktober am Flughafen in Guangzhou, wo ich mit dem Flieger nach Guilin gedüst bin. Der Flug dauerte eine Stunde und ging sehr schnell, wenn man sich die Zeit mit schlafen vertreibt.
Angekommen in Guilin, hab ich mich auf die Suche nach meinem Hotel gemacht, eher mein Taxifahrer, der mich dann direkt vor dem Hotel raus gelassen hat. Mein Hotel hatte 3 Sterne und war sehr sauber. Dann Sachen schnell abladen und los geht’s.
Eigentlich hatte ich ja nit so wirklich einen Plan, was ich mir so alles anschauen wollte und bin einfach so losgefahren. Man kann das ja spontan machen und das anschauen, auf das man gerade Lust hat. Also bin ich zu dem Tour-Desk gegangen, wo man sich Touren in Guilin buchen lassen kann. Die Mädels waren dort so lieb und so hab ich innerhalb von 30 Minuten meine ganzen 2 Tage vollgebucht und mir ein Programm erstellt.
Der erste Punkt startete auch schon gleich und ich hab mir den Solitary Peak angeschaut und eine Tropfsteinhöhle. Das war sehr toll, da ich meinen eigenen Fahrer hatte, der mich von einem Punkt zum anderen gefahren hat und mich auch wieder abgeholt hatte. Also keine Suche nach dem richtigen Weg oder so :-D
Der Solitary Peak ist ein großer Berg in der Innenstadt von Guilin mit einem riesigen Park. Der Berg und der Park gehören zu dem Schloss des JingJang, das zu Hause der Prinzen aus der Ming Dynastie. Viele Prinzen haben hier gewohnt, bevor sie Könige wurden. So kann man dort viel über die Chinesische Geschichte lernen, da man in dem Park viele Höhlen hat und Museen, die die Geschichte erzählen. So gibt es auch für jedes Jahr in dem man geboren ist einen Gott. Die Chinesen besorgen sich ein gelbes oder blaues Bändchen aus Seide, beten ihre Gebete und binden das Bändchen an einer Schnur fest, die unter oder neben dem Bild des Gottes angebracht ist. Manche verstecken auch Geld darin, um ja von ihrem Gott begnadet zu werden.
In dem Park ist auch ein wunderschöner See, über den kleine Brücken führen.

Doch die Hauptattraktion ist der Berg. Man kann auf die Spitze hinauf gehen und von oben hat man einen wunderschönen Ausblick auf die Stadt. Der Aufstieg war alles andere als leicht. 396 Stufen musste man besteigen, um endlich an der Spitze zu sein. Hier ist es vielleicht gut anzumerken, dass es keine normalen Stufen waren. Die Stufen hatten einen Abstand von 10-30cm, je nach Lust und Laune des Erbauers und es war drückend heiß.
Oben war ein kleiner Tempel, indem die Chinesen ihren Göttern danken können. Eigentlich ist dort ja fotografier Verbot, aber ich hab es trotzdem geschafft ein Foto zu machen ;-)
Runter ging es dann viel einfacher und es war witzig anzusehen, dass ich nicht die einige war, die mit den Stufen zu kämpfen hatte. Die Männer mussten ihre Frauen schieben und die Kinder wurden Huckepack genommen, was das Tempo natürlich nicht gerade voran trieb :-D
Danach ging es weiter zu der Tropfsteinhöhle. Sie heißt „Reed Flute Cave“, benannt nach dem Schilfrohr (engl. Reed), das vor der Höhle wächst. Es war sehr anstrengend erst einmal hinein zu kommen, da viele Leute angestanden sind und alle gleichzeitig rein wollten. Dort hab ich dann auch Mei und ihre Familie kennen gelernt. Sie ist Chinesin und mit ihrem Vater, ihrer Freundin und ihrem Bruder unterwegs gewesen. Also haben wir uns zusammen geschlossen und haben uns die Höhle zusammen angeschaut. Das war teils sehr witzig, da sie nur gebrochen Englisch sprach und ich nur wenig Chinesisch, aber es hat geklappt :-D
Die Stalagtiten und Stalagmiten wurden sehr schön von den Lichtern beleuchtet und man traute manchmal kaum zu atmen. Der Guide sprach leider alles nur auf Chinesisch, aber es hörte ihr jedoch kaum einer zu. Alle waren zu beschäftigt damit Fotos zu machen und die verschiebenen Lichter zu bewundern.
Zum Schluss kam ein großer See. So wie ich das verstanden habe, kann man einen Goldfisch darin schwimmen lassen, was einem ganz viel Glück bringen soll. Da man ja nie zu viel Glück haben kann, hab ich auch einen Goldfisch schwimmen lassen. Mei auch und bei der Gelegenheit haben wir auch ein Foto zusammen machen lassen.
Draußen wartete auch schon mein Fahrer und brachte mich zurück ins Hotel.
Vor dem Hotel gab es typische Reisnudeln zu kaufen, also Nudeln aus Reis mit Gemüse und Fleisch und verschiedenen Gewürzen. Die sind sehr berühmt in Guilin und die musste ich natürlich probieren. Sie waren sehr scharf, doch haben echt super gescheckt.
Danach ging es auf den Night Market. Dieser beginnt um 19:00 und befindet sich mitten in der Innenstadt. Man kann ihn eigentlich nicht verfehlen, da man ihn schon von weitem sieht:
Der Night Market besteht aus unzähligen Ständen, die alle rote Dächer haben. Hier reiht sich ein Stand an den anderen, ähnlich wie bei einem Jahrmarkt in Deutschland und man kann allerlei Souvenirs und Geschenke erwerben, aber auch Essen, Getränke, Klamotten, Taschen, Schmuck... Ich habe von einem Ende zum anderen ca. 2,5 Stunden gebraucht und bin zügig durchgelaufen, nur um einmal die Ausmaße zu verdeutlichen :-D
Danach ging es ab ins Bett, um für den nächsten Tag fit zu sein ;-)
Chinabraut - Fr, 8. Okt, 05:19
Freitagabend stand ein Pearl-River-Cruise auf dem Programm. Nach dem wir von der Arbeit nach Hause über 2 Stunden im Stau gestanden sind, hab ich mich mit Jasmin getroffen und wir haben ein Taxi zum Hafen genommen.
Dort angekommen stand auch schön eine nette, kleine Frau bereit, die uns erwartete. Denn der Hafen ist riesig und alle paar Meter gibt es einen Bootssteg. So hat der Taxifahrer mit ihr telefoniert, bis wir vor ihr gestanden sind. Sie hat uns auch zu unserem Schiff gebracht.
Eigentlich hätte ich nicht mit so einem Riesenteil gerechnet, aber es war wunderschön. 3 Ebenen und wir saßen ganz oben, vorne unterm Sternenhimmel. Um das ganze Schiff herum haben sie eine rote Lichterkette gespannt (wie der aus dem IKEA) und wir haben so schön geleuchtet. Tee und Wassermelone gab es von einer sehr schlechtgelaunten Bedienung gratis. Vielleicht war sie auch einfach nur Seekrank oder ihr Freund hat sie sitzen lassen, wer weiß ;-)
Dann sind wir eine kleine Schleife von einer halben Stunde auf dem See gefahren und haben nochmals angelegt, um noch mehr Leute auf das Boot zu laden. Mittlerweile hatten sich alle unteren Decks bei uns oben eingefunden und es wurde kuschelig warm.
Alle haben Bilder geschossen und gestaunt. Von allen Ecken und Enden hast ein „Ahhhhhhhhhh, Ohhhhhhhhh…“ gehört und das von Chinesen, die auch hier wohnen. So kamen wir uns wenigstens nit alleine vor :-)
Aufmerksamkeit haben wir auch schnell auf uns gezogen und schon kamen die ersten und wollten Fotos mit mir machen. Fand das ein bissl komisch, weil die mich ja gar nit kannten, aber nun ja. Jetzt haben sie mich in ihrem Fotoalbum verewigt *hihi* sonst sind es ja immer wir, die die Chinesen fotografieren.
Dann ging´s in die andere Richtung und waren nochmal eine gute Stunde unterwegs. Da es schon um 8 dunkel wurde, haben sich die Lichter im Wasser reflektiert und alles hat schön geschimmert und gefunkelt. Selbst unser Haus hat man gesehen, jedoch nur ganz klein.
Der Anblick war einfach atemberaubend und ich hoffe ich konnte einen winzigen Moment mit meiner Kamera einfangen…
Auf dem Fluss sind wir übrigens noch zig anderen Schiffen begegnet. Alle hatten eine andere Kette drum. Eines war blau, gelb, grün… denke es waren alle Farben vertreten, aber unseres war das Schönste :-D

Chinabraut - Fr, 1. Okt, 12:41
Danach haben wir unser Hostel gesucht und unsere Sachen untergestellt. Nach einer kurzen Dusche ging’s wieder zurück in die Stadt, denn unser Magen hat sich auch schon wieder gemeldet. Dort haben wir dann in einer Nebenstraße ein typisches Restaurant gefunden, was eher an eine Imbissbude erinnert, aber dort gab es echte Spezialitäten.

Wir haben uns für selbstgemachte Nudeln entschieden, mit Pilzen, Schweinefleisch und Wantan. Alles wurde in einer Suppe serviert. Schon alleine die Bedienung war den Besuch wert, da sie total schrill ausgesehen hatte. Tigerleggings mit pinken hochhackigen Schuhen, dazu einen kurzen Minirock, mit verschiedenen Nietengürteln, ein verfranztes Top und die Haare zerzaust. Sie hatte pinke, unechte Wimpern aufgeklebt und viel Makeup. Dazu sollte ich vielleicht noch erwähnen, dass sie zwischen 40 und 50 Jahre alt war ;-)
Nach einem Spaziergang über den Nightmarket haben wir uns auf den Heimweg begeben. Nach einem Mango-Shake, der natürlich frisch zubereitet war, gingen wir auch schon ins Bett. Das Hostel war erste Sahne. Alles sauber und total ruhig. Falls jemand vor hat dort hin zu gehen: es heißt Y-Loft. Am nächsten Morgen starteten wir schon früh, da die Delphintour anstand.
Um kurz vor 9 sollten wir am Treffpunkt sein und haben es gerade noch rechtzeitig geschafft, da wir erst noch unser Gepäck am Bahnhof abgeben und uns dann noch den Weg zum Hotel suchen mussten. Doch sie haben uns noch mitgenommen ;-)
Nach einer 30-Minütigen Fahrt mit einem Reisebus kamen wir auch schon am Hafen an. Der Ausblick war atemberaubend und genau das richtige um dem hektischen Treiben der Großstadt zu entfliehen. Wir bestiegen alle zusammen unser Schiff und ab geht’s. die meisten Passagiere waren Briten oder Amerikaner. Es waren wenig Chinesen dabei und Jasmin und ich waren mittendrin statt nur dabei :-)
Nach weiteren 60 Minuten kamen wir im Territorium der Delphine an. Da sie sehr gut Geräusche wahr nehmen können, mussten wir sehr leise sein und konnten nur Flüstern. Alle lauschten gespannt ob wir sie hören können…
Alle suchten das Wasser ab, ob sich irgendetwas bewegt hat…
Donna, unser Guide hat sich dann auf dem Dach positioniert um eine Sicht zu haben. 15 Minuten vergebliches suchen. Nichts geschah…
Dann hob Donna die Hand (das Zeichen wenn ein Delphin sich nähert, doch sie war die einzige die etwas gesehen zu haben scheint. Wir haben wohl alle gedacht, dass sie das nur macht damit sie uns das Geld nicht zurückgeben muss…
Wir sahen nichts. Weitere 10 Minuten vergingen…
Dann ging es los. Es waren gleich 3 Stück und sie kamen abwechselnd zur Wasseroberfläche. Alle waren rosa. Ja ihr habt schon richtig gelesen rosa, nicht grau. Donna meinte sie haben diese Farbe angenommen wegen der Sonneneinstrahlung und wegen der Wasserverschmutzung aber beides leuchtet mir irgendwie nicht so ein ;-)
Alle versuchten ein Foto von ihnen zu schießen doch sie waren einfach zu schnell. Ich hab dann ein Video gemacht und einfach die Kamera drauf gehalten. So einen Moment kann man sowieso nicht einfangen. Den muss man mit eigenen Augen sehen und genießen…
Wir haben ihnen dann eine Weile zugeschaut und schnell war auch das Sprechverbot vergessen :-) es war so aufregend und sie verströmten eine unglaubliche Ruhe. Wie sie im Wasser herumgetollt sind. Einfach Wahnsinn!
Danach ging’s wieder zurück an Land. Einige sind dann doch Seekrank geworden und mussten mehrere Male das Klo aufsuchen. Mir hat es nix ausgemacht und so konnte man sich wenigstens einen guten Platz an Deck ergattern ;-)
Angekommen in der Stadt wollten wir noch ein bisschen Sightseeing machen. Doch das Wetter machte uns einen Strich durch die Rechnung. Wir haben wenig gesehen und nach einer Stunde suchen, haben wir es auch aufgeben. Wir haben wenigstens den Clocktower gefunden und haben ein paar Fotos gemacht. Dort hat es dann wenige Minuten nicht geregnet er war direkt am Hafen gelegen und wir konnten von einem 750m langen Balkon auf die andere Seite von Hongkong blicken. Die Aussicht war fantastisch. Da sich bei dem Regen nicht viele Touris dorthin verirren, waren wir auch fast ganz alleine oben.

Nach kurzem überlegen ging’s wieder auf den Ladies Market um auch noch die letzten Zentimeter unserer Koffer zu füllen. Da unser Zug um 18:30 startet, haben wir uns um 16:30 auf den Weg zum bahnhof machen wollen. Und da sage ich zu Recht wollen, denn es kam zu einem kleinen Zwischenfall. Da wir die Metro zum bahnhof nutzen wollten, sind wir zu deren Eingang gelaufen. Nun ja, das wollten wohl einige denn dort war ein riesiges Gedränge. Habe hier nun schon vieles mitgemacht aber diesmal wars echt gefährlich…
Ganz viele Menschen wollten sich einfach in den Eingang der Metro stellen um nicht nass zu werden. Noch mehr wollten mit der Metro fahren und durch laufen und der Rest kam gerade aus der Metro und wollte nach oben. Nun sind diese 3 Richtungen im Treppenaufgang aufeinandergetroffen. Dieser ist nur 20m breit und ich hatte das Gefühl alle wollten gleichzeitig durch. So wurde furchtbar gequetscht, geschoben, gedrückt und geächzt.
Jasmin hatte ich zu dem Zeitpunkt schon lange aus den Augen verloren… nach 45 Minuten waren wir endlich durch. Da es so stark noch geregnet hatte mussten wir unsere Schuhe erst einmal ausschütten und trocknen. Dann ging’s an den Hauptbahnhof, wo wir auch schon zur Einreise gelangten. Da wir diesmal sehr früh dran waren, mussten wir kaum warten und waren fast als erste im Zug.
Dort waren wir so erledigt, das wir die 2 Stunden Heimfahrt fast komplett durchgeschlafen hatten. Zu Hause angekommen war ich so müde, dass ich gleich ins Bett gefallen bin. Das war mein erstes Wochenende in Hongkong und ich denke es werden noch weitere folgen ;-)
Chinabraut - Do, 16. Sep, 04:06
So, nun zu unserem Wochenende in Hongkong:
Am Freitagabend hab ich noch schnell die Zugfahrkarten gekauft. Glücklicherweise musste mein Arbeitskollege auch zum Schalter und hat mich hingebracht. Das war super, da ich mich sonst zu Tode gesucht hätte…
Samstagmorgen um 9 Uhr ging´s los. Ausreise ging sehr schnell und der Zug war sehr komfortabel. Die Sitze waren riesig und wir hatten viel Platz für unsere Beine :-)
Von der Fahrt hab ich nit so viel mitbekommen, da ich die meiste Zeit geschlafen habe. Wie es die Chinesen eben immer und überall tun. Aber es ging auch nur 2 Stunden.
Angekommen am Bahnhof, mussten wir erst einmal durch die Passkontrolle und haben unsere Koffer am Bahnhof abgegeben, da wir in unser Hostel erst ab 14:00 einchecken konnten. Da sich nun unser Magen lautstark zu Wort gemeldet hatte, musste dieser erst ein Mal gefüllt werden. Dies wurde im bahnhof in einem Schnellrestaurant erledigt. Da kaufst nen Bon und die machen dir dein Essen sofort. Dann weiß man au dass es frisch ist ;-)
Als wir uns hingesetzt hatten, war ein Schild an der Wand angebracht auf dem Stand man solle keine Vögel füttern. Erst hab ich gelacht, denn wo sollen denn in einem geschlossenen Raum Vögel her kommen. Nun ja, die Antwort kam dann doch sehr bald. Erst wurde wild gezwitschert und dann sind sie auch schon um die Tische herum geflogen. Da bei den Japanern und Chinesen hier immer der ganze Boden voll gekleckert ist wenn sie essen, finden die Piepmätze auch reichlich zu futtern. Also gab es doch Vögel :-D
Mit einem Tagesticket für die Metro bewaffnet machten wir uns auf den Weg in die Innenstadt. Einen so richtigen Plan wo wir hin wollten hatten wir zwar, diesen haben wir dann aber sehr bald verworfen. Wir sind einfach irgendwo an einer Metrostation ausgestiegen und haben geschaut wo wir denn nun hinkommen. Das Ganze wurde durch den dauernden Regen noch ein bisschen verschärft. Wir hatten zwar Regenschirme, doch die helfen nur den Oberkörper trocken zu halten. Die Füße sind dann trotzdem nass :-(
Nun sind wir also ausgestiegen und sind gleich auf einem Markt gelandet. Welcher das von denen war hab ich echt keine Ahnung mehr, da es hier für jedes Thema einen eigenen Markt gibt: einen Goldfischmarkt, einen Ladies Market, einen Sports Market, einen Flower Market…

Wir haben eigentlich alle besucht. Hier sind ganz viele Stände nebeneinander angeordnet wie auf einem Jahrmarkt, nur dass die hier das ganze jahr über stehen. Die Stände haben eine Grö0e von ungefähr 25m². dann kommt das Einkaufsprozedere, welches mir besonders viel Spass gemacht hat:
1. Du siehst etwas was dir gefällt
2. Je nach dem was es ist überlegst du dir was das sein könnte, bzw. für was man das benutzt. Falls man das Teil kennt, springt man direkt zu 3.
3. Du überlegst ob du das Teil brauchen könntest. Falls du diese Frage mit Ja beantworten kannst, gehst du in den Stand hinein, falls nicht gehst du trotzdem hinein, weil man weiß ja nie für was man das verwenden kann…
4. Nun wird sofort ein Verkäufer auf dich zukommen und versuchen herauszufinden, welche Sprache du sprichst. Um ihn ein bisschen zu verwirren sagst du erst einmal nix und schaust ihn wie ein Pferd an. Ignorieren, wie ein Pferd anschauen. Dies tust du so lange wie es dir gefällt, oder der Verkäufer ganz verunsichert ist.
5. Dann nimmst du verschiedene Teile in die Hand und schaust sie an, stellst sie wieder hin und nimmst ein anderes. Der Verkäufer weiß nun noch immer nicht welche Sprache du sprichst und sagt die Preise auf Englisch, Chinesisch, japanisch und Koreanisch an, je nachdem was er so alles kann.
6. Also nimm jetzt das Stück in die Hand, welches du ja schon von Anfang an haben wolltest und frägst auf Englisch nach dem Preiss. Der Verkäufer ist nun so überrascht und überglücklich, dass er dir einen immens hohen Preis angibt.
7. Frage mehrmals nach dem Preis, ob du ihn auch wirklich richtig verstanden hast. Nun wird er ein wenig runter gehen, aber gerade mal ein paar Cent. Dann fängst du an zu lachen und zeigst auf das Teil.
8. Er wird dir nun alles aufzählen, was an dem Ding so toll ist und welchen Preis er „wirklich“ bezahlt hat. Wenn er schlau ist macht er noch zig Bemerkungen wie hübsch du bist etc. viele fühlen sich dann geschmeichelt und kaufen, aber nicht du!
9. Nun mache Anstalten zu gehen. Dazu reicht es sich umzudrehen und einen Schritt zu tun. Schon wird er dich am Ärmel packen und den Preis halbieren. (Ein Unerfahrener wird nun dem Preis zustimmen und kaufen. So freut er sich, dass er so wenig bezahlt hat und der Händler freut sich, dass er immer noch ein Vielfaches des Originalpreises erzielt hat. Ein erfahrener Käufer weiß dass da noch was geht…)
10. Jetzt frägt er dich nach deinem Preis. Den wirklichen gibst du natürlich nit an, sondern einen viel zu niedrigen. Nun wird der Händler lachen und auf seine Ware zeigen.
11. Jetzt einfach den Händler scharf anschauen, wenn eine Freundin oder ein Freund dabei ist etwas zu dem auf Deutsch sagen (das kann auch etwas ganz doofes sein, er versteht es ja eh nit ) und wirklich aus dem Stand gehen. Hier ist es am Besten, wenn der Nachbarstand die gleichen Sachen hat und man die bei dem anschaut.
12. Nun ist es geschafft: der Händler wird hinter dir herrennen und dir deinen Preis bestätigen. Du stimmst zu und hast für den Anfangspreis nicht nur ein Teil bekommen, sondern gleich den Preis für 5-6 Stück. So schwer ist es doch gar nit, oder?
Daran gewöhnst du dich schnell und machst echte Schnäppchen. Zudem gibt es auf den Märkten dort so viele tolle Sachen, dass man einfach alles mitnehmen könnte. Naja, so sah dann mein Trolley am Schluss auch aus
Chinabraut - Do, 16. Sep, 03:24
Als kleiner Beweis, dass ich auch wirklich Chinesisch lerne :-)
Seit dem 30. August nehme ich Sprachunterricht in Chinesisch. Ich dachte das wäre vielleicht nicht schlecht, damit ich mich mit den Einheimischen ein bisschen besser verständigen kann…
Die Sprachschule ist genau 1 Minute Fußweg von meiner Wohnung entfernt, also schräg gegenüber. Das war gleich der erste Punkt, wieso ich sie mir ausgesucht hatte. Der andere sind die Lehrer. Dort arbeiten nur Frauen und sie sind alle so lieb und süß. Man weiß gar nit, wenn man zuerst drücken soll :-D
Immer wenn ich reinkomme, wird man von allen herzlichst begrüßt und es herrscht dann ein aufgeregtes Gewusel. Dies hört aber auf, sobald meine Kollegin und ich in unseren Klassen sitzen.
Meine Klasse besteht aus meiner Lehrerin und mir. Eigentlich wollte ich ja keinen Einzelunterricht nehmen, aber die anderen Mädels, die mit mir einen Gruppenkurs machen wollten hatten unterschiedliche Vorstellungen von den Terminen… so wollte die eine am liebsten 7 Mal die Woche Unterricht nehmen (hat sie sonst nix zu tun??? Was ist mit ausgehen, sich Sachen anschauen, sich mit Freunden treffen). Die andere wollte unbedingt Samstag abends Unterricht haben, keine Ahnung was sie sonst so am Wochenende tun…
Da meine meistens sehr verplant sind, hätten wir da keinen gemeinsamen Nenner gefunden. Zudem wäre ich dann nie am Samstag gekommen und dann ist man auch nicht mehr auf dem gleichen Level. Kurz gesagt, der Aufwand wäre zu groß gewesen. Also hab ich mich für Einzelunterricht eingetragen und ich bereue nichts…
Lisa ist meine Lehrerin. Ihr Chinesischer Name ist shen xiao shu. Sie ist Ende 20 und ausgebildete Lehrerin mit den Sprachen Englisch, Chinesisch, Japanisch und Kantonesisch. Mit ihr macht es riesigen Spass zu üben und zu lernen. Wir lachen viel und sie bringt mir sehr viel bei, auch über die Chinesische Kultur.
Gestern hab ich meinen Chinesischen Namen bekommen… bai ya qin (sprich: baj ja tching). Bai ist der Nachname und steht für Zypresse (ein Baum) und auch für Berlin, die Hauptstadt Deutschlands. Ya qin ist der Vorname. Ya bedeutet elegant (keine Ahnung wie sie auf elegant kommt, weil ich laufe hier selten gestylt rum :-D) und qin ist ein chinesisches Musikinstrument. Dieses ist schon 4000 Jahre alt und stets modern. Es verlangt viel Fingerfertigkeit und Gefühl, wobei man auch ganz viel Talent braucht. Man kann es mit einer Zitter vergleichen. So ist nun also mein chinesischer Name… :-D
Lisa meint auch, dass ich sehr viel Talent für die Chinesische Sprache hätte und ganz ehrlich, es fällt mir leichter als Französisch ;-) Mandarin ist einfach mit nichts vergleichbar und die Grammatik ist sehr einfach. So werden z.B. für die verschiedenen Zeiten immer nur Wörter angehängt, das Verb wird aber nie verändert. Also fällt das Lernen der Zeiten schon mal weg :-D vielleicht liegt es aber auch an Lisa, weil sie hat sehr viel Geduld und übt es auch noch ein zehntes Mal mit mir, wenn ich mir an einigen Wörtern mal wieder die Zunge gebrochen habe.
Vielleicht sollte ich hier noch anmerken, dass auch die deutsche Sprache für die Chinesen sehr schwierig ist. So hat Lisa mich nach meinem Nachnamen gefragt, den ja nun schon Deutsche nicht immer verstehen. Wir haben auch 10 Minuten geübt, bis es sich einigermaßen nach Probst angehört hatte :-D
Der Unterricht geht immer über 2 Stunden, die aber meistens sehr schnell vorbei sind. Manchmal ist dies gut, manchmal nit. Gerade in der letzten Viertel Stunde ist die Konzentration auf dem Nullpunkt. Dann ist auch schon mein 15 Stunden-Tag rum und ich kann zu Hause noch ein bisschen lesen, DVD schauen oder mit euch skypen :-)
Chinabraut - Mo, 13. Sep, 08:33
Fahrstuhl fahren ist in China eine Kunst für sich. In Deutschland steigt man in den Aufzug, drückt die Taste des gewünschten Stockwerks, kommt an und steigt aus. Total langweilig. In China geht das Ganze etwas anders
Man versucht zunächst einmal überhaupt in den Fahrstuhl zu kommen. Zu Stoßzeiten ist das nämlich gar nicht so einfach.
Will man zum Beispiel gegen Mittag vom 17. in den 1. Stock gelangen, wartet man normalerweise bis die Hälfte der Mittagspause rum ist, bis ein Aufzug hält der einen mitnimmt. Die Lifte, die aus den oberen Stockwerken kommen sind nämlich in der Regel alle schon voll. Da die Chinesen aber in der Regel klein und dürr sind und das Maximalgewicht des Aufzugs nicht voll auslasten, hält der Fahrstuhl trotzdem an und es bietet sich ein Bild das einen sehr an Chinesen in Sardinendosen erinnert.
Da die Aufzüge die von oben kommen bereits alle voll sind, muss man also zu einem Trick greifen. Man drückt die Tasten für „nach oben“ und „nach unten“ und fährt im Zweifelsfalle erst mal mit hoch, um dann wieder runter zu fahren. Für die Wartende in den Geschossen an denen der vollgepackte Aufzug hält, bietet sich diesmal ein etwas anderes Bild. Aus der Masse der schwarzen Haare auf 1,60 m Höhe ragt nun einen Kopf größer noch mal was großes Braunes heraus.
Im Aufzug selber herrscht das ungeschrieben Gesetz, dass die Person die an der Steuertafel steht die Tür-Auf und Tür-Zu-Tasten bedient. Solche Tasten gibt es, glaube ich, in Deutschland gar nicht, gehören aber in China zur Grundausstattung in einen jeden Aufzug, der was auf sich hält. Sobald also alle die reinpassen sich in die Kabine gedrängt haben, wird die Tür-Zu-Taste gedrückt.
Üblicherweise versucht sich dann noch jemand in den Lift zu schieben und wird, je nach Fähigkeiten der Person an den Tasten, entweder durch die zufahrenden Türen halbiert oder kommt noch mit.
Im Geschoss angekommen, wird dann fleißig die Tür-Auf-Taste gedrückt, denn man weiß ja nie, vielleicht hat der Aufzug ja vergessen, das er die Türen öffnen muss, wenn er das Stockwerk erreicht. Vielleicht ist es aber auch die verzweifelte Hoffnung auf Zeitersparnis.
Wenn dann alle die wollen ausgestiegen sind, wird wieder die Tür-Zu-Taste gedrückt. Wenn die Türen dann fast zu sind, gehen sie aber wieder auf. Diesmal jedoch nicht weil noch jemand rein will, sondern weil eine Person die in die andere Richtung will, vorsichtshalber die Tasten für beide Richtungen gedrückt hat.
Also wird die Tür-Zu-Taste wieder gedrückt. Dann geht die Tür aber noch mal auf, weil die Person die wartet nicht begreift, dass sie warten muss, bis unsere Türen zu sind und der Lift gestartet ist, bevor sie die Taste drücken kann. Das passiert dann drei mal, bis irgend jemand die völlig unbeteiligt guckende Person die im Geschoss ständig die Taste drückt, anpflaumt.
Im Lift selber wird danach hektisch einige Male nacheinander die Tür-Zu-Taste gedrückt, um dem Aufzug scheinbar mitzuteilen, dass er die verlorene Zeit beim Zufahren der Türen wieder aufholen soll.
So kämpft man sich durch die Geschosse und ist dann froh, endlich im gewünschten Stockwerk anzukommen.
Auch ist man glücklich, das niemand im Fahrstuhl angefangen hat zu telefonieren, denn dann wird es richtig anstrengend.
Chinabraut - Fr, 10. Sep, 08:08
So, nun ein kleines Abenteuer aus meiner täglichen Fahrt zur Arbeit…
Heute Morgen sind wir wie immer in den Bus eingestiegen. Nicht ahnend, was auf uns zu kommen wird. Ich hab mir mein Frühstück wie immer geholt und allen einen guten Morgen gewünscht. Der Busfahrer ignoriert mich als, also mache ich mit ihm das Gleiche, nicht dass mir das was ausmachen würde…
Nachdem ich mein Frühstück verspeist hatte, gönnte ich mir noch eine Mütze Schlaf, wie immer eben. Da wir alle sehr spät ins Bett gehen und ich meistens nur 5 Stunden schlafe, tut das sehr gut un man gewöhnt sich sehr dran. Wenn ich mal nit schlafen kann, weil Seekuen mich volllabert, dann bin ich auch den ganzen Tag k.o.
Plötzlich wurde wild gehupt. Nichts Neues eigentlich. Doch der Bus hat voll gewackelt und ist auch ein bisschen ins Schleudern gekommen. Mensch dachte ich, muss das denn jetzt sein. Ich wieder Augen zu und weiter gedöst.
Ein paar Minuten später wieder wildes Gehupe und diesmal mit rasantem Fahrstil gepaart… dachte schon die Hupe wäre kaputt, weils gar nimma aufgehört hatte. Dann hielt der Bus auf einmal an. Ich hatte mich gewundert und meine Augen aufgeschlagen. Unser Fahrer sprang aus dem Wagen. Ich dachte schon jetzt hats geknallt oder etwas Schlimmes ist passiert. Man weiß hier ja nie, gell!
Ein anderer Bus hielt auch an. Mit der Zeit hab ich auch rausbekommen wieso: Der andere Bus hatte unseren ein bisschen gestreift und einen kleinen Kratzer in den Seitenspiegel gefahren. Anfangs war noch alles friedlich und sie haben sich ein bisschen angezickt. Da alles auf Chinesisch war, hab ich leider nit so viel verstanden und eher auf die Körpersprache geachtet. Die ist ja immer gleich und leicht verständlich
Unser Fahrer war voll aufgebracht und fuchtelte mit den Händen in der Luft rum. Der andere nam´s eher locker und hat ihn ein bisschen vorgeführt. Er hatte ihn auch ausgelacht, warum er denn jetzt so ein riesen Fass aufmacht. Soweit hatte ich das schon verstanden
Dann hielt auf einmal ein schwarzer BMW, mit ner Vollbremsung. Der Mann stieg aus und mischte sich da voll ein. Keine Ahnung was der nun dabei wollte. Das hab ich nun nit verstanden. Der hat unseren Fahrer voll angeschrien und ist völlig ausgeflippt. Seine Frau hat ihn dann zurück gehalten. Ab da ging dann alles sehr schnell. Die Gemüter erhitzen sich, so auch die Lautstärke und das Gefuchtel mit den Händen. Vergleichbar mit den Affen, die sich um eine Banane streiten. Männer eben…
In dieser Zeit versuchten die Insassen des anderen Busses ihren Fahrer zu beruhigen und wir unseren. Zumindest die Männer, da wir Frauen uns nit aus dem Bus raus getraut hatten, was im Nachhinein wohl ganz klug gewesen ist…
Plötzlich stürmte unser Fahrer in den Bus und kruschtelte am Sitz herum. Alle dachten er ruft jetzt die Polizei und sucht nur sein Handy. Ja das hatte er auch geholt, aber nicht nur das… er zog einen großen Schraubschlüssel von 30cm unter seinem Sitz hervor und ist auf den anderen Busfahrer losgegangen. Auf einmal ging alles ganz schnell.
Unsere Männer stürmten alle auf ihn los und versuchten ihm das Werkzeug aus der Hand zu reißen. Der andere Fahrer hob eine große Eisenstange auf, die da auf dem Boden lag. Leider war an der Straße wo wir hielten (es war natürlich mittendrin) eine Baustelle und überall lagen Steine und Geröll herum. Die Kollegen aus dem anderen Bus stellten sich hinter ihren Fahrer und nahmen jeweils riesige Steine in die Hand, eben alles was sie gerade in Reichweite hatten, um sich gegebenenfalls zu verteidigen. Alle haben aufeinander eingeschrien und jeder wollte der Stärkere sein. Wenn sich da mal 30 Männer ankeifen ist das schon nimma so lustig.
Mir ist das Herz in die Kniekehlen gerutscht. Ich dachte schon, jetzt werden wir alle erschlagen und aus wars mit dem Traum von China. Man weiß ja nie, wie so was vor sich geht, zumal man ja kein Wort verseht was die sagen und die anderen mit zuschauen beschäftigt waren, als dass sie es uns übersetzt hätten. Eigentlich will ich auch gar nit wissen, was die gesagt haben. War bestimmt nit so berauschend und tiefgründig…
Die Situation war echt brenzlig. Wir hatten unseren Fahrer nun beruhigt, nun fing der andere wieder an. Er ging auf unseren los und ich wusste gar nimma, wer jetzt zu unserem Bus gehört und wer nit. Ein heilloses Durcheinander…
Um alles zu dokumentieren, da wir ja nit wussten wie alles hier ausgehen würde, hat meine Kollegin Bilder von dem Ganzen geschossen. Hatte meine Kamera au dabei, aber da ich eh so auffällig hier bin, hab ich mich nit getraut, man weiß ja nie was denen als nächstes in den Kopf kommt…
Nach einer gefühlten Ewigkeit haben wir es geschafft alle wieder in den Bus zu bekommen, einschließlich unserem Fahrer. Der andere Bus hat es unserem gleich getan. Vorher hat der andere Busfahrer jedoch unserem 100 RMB (~ 12€) vor die Füße geworfen, wohl für die Reparatur. Dann sind beide Busse weiter gefahren. Bis wir im Geschäft waren, hat keiner auch nur einen Pieps von sich gegeben.
Alle waren mucksmäuschenstill und hatten wohl Angst, dass unser Fahrer wieder austickt. Der hatte die ganze Zeit vor sich hin gemurmelt und da ist man mal wieder froh, dass man doch noch nit so gut Chinesisch spricht
Und das alles nur wegen einem kleinen Kratzer, wobei ich ihn ja nit selbst gesehen habe. Als wir an der Firma waren wollte ich eigentlich noch einmal schauen, was denn nun kaputt war, aber da er noch den Schraubschlüssel neben sich liegen hatte, hab ich es dann doch lieber sein lassen. Sicher ist sicher!
Lisa meinte beim Mittagessen dann auch, dass er wohl öfters so ausrasten würde. Er wäre am Bahnhof auch einmal auf einen losgegangen und sie hätten sich dann miteinander geprügelt. In Deutschland wäre er bestimmt seinen Job los, oder hätte zumindest ein Gespräch mit dem Chef. Denke aber nit, dass hier die gleichen Regeln gelten. China eben...
Chinabraut - Fr, 10. Sep, 08:07
Hey meine Lieben,
damit es alle erfahren un ich nicht mehr Platze vor Freude muss ich das jetzt einfach rauslassen:
Gestern hat mich eine Email aus Deutschland erreicht... Ja, ich bekomme täglich Emails von euch, aber diese war besonders... Sie war ausm Geschäft, genauer gesagt ausm Marketing... will jetzt au nit lange um den heißen Brei herumreden :-D
Am 01. Oktober 2011 werde ich meine neue Stelle im Marketing beginnen!!!!!!!!!!!! Wir können leider erst meine zukünfitgen Aufgaben im Januar besprechen, wenn ich wieder zurück bin, doch dies steht schon einmal fest :-)
Ich bin so glücklich und freue mich so, da das genau mein Traumberuf ist, in meiner Traumabteilung, mit den besten Kollegen dies gibt :-D Noch ein Jahr... Aber jetzt muss ich erst mal wieder nach Deutschland kommen :-)
Noch meine nächsten Pläne:
Nächstes Wochenende bin ich in Hongkong und leider erst wieder am Sonntag abend erreichbar.
In der ersten Oktoberwoche, also vom 4.-8. Oktober haben wir hier Nationalfeiertag und die ganze Woche frei. Da werde ich wahrscheinlich auch wegfahren und mir die Gegend anschauen :-)
Vom 18. - 29. Oktober habe ich auch Urlaub und werde mit meiner Freundin Elena China unsicher machen. Wir wollen Shanghai, Beijing, etc. anschauen. Genaues ist aber noch nit geplant :-D
Und denkt ja nit, dass ich hier nix arbeite. Ich arbeite schon was, eben dazwischen igendwie :-)
Und bald ist der 22. Dezember und ich kann euch wieder auf die Nerven gehen *hihi* Dann würdet ihr euch wünschen, dass ich wieder nach China gehe, kleiner Scherz :-D
Hab euch so lieb un vermisse euch!
Eure Steffi
Chinabraut - Fr, 10. Sep, 08:05
Am Samstag waren Jasmin und ich Sushi essen. Es war ganz lecker und wie der Zufall es so will, sind wir erst hingekommen, als es alle Gerichte zum halben Preis gab. Das ist ab 20:00 Uhr so der Fall gewesen. Echt toll :-D
Danach haben wir uns mit Crystal an der Metrostation getroffen. Das ist eine Arbeitskollegin von Jasmin und total nett. Sie kann auch sehrt gut Englisch und macht jeden Spass mit.
Anschließend sind wir in die „Wunderbar“ gegangen. Das ist ein deutsches Restaurant, welches von einem Australier-Chinesen in Guangzhou eröffnet wurde. Der lebte aber nie in Deutschland, sondern hat in Kanada in einem deutschen Dorf gewohnt. Das erklärt natürlich auch, warum es „Züppe“ zum Essen gibt und auch kein Radler auf der Getränkekarte steht. Auch eine neue Erfahrung war es Schweinshaxen mit Reis zu sehen…
Nach dem aufwärmen sind wir mir Crystal ins „New Era“ gefahren.
Das ist eine ganz angesagte Disco, wo auch viele Ausländer sein sollen. Nein ich gehe nicht wegen den Ausländern hin, aber die Chinesen sind meistens nit so die Partymäuse… Die sitzen meistens in ner Kneipe, trinken ihr Bier und gehen heim. Wenn du aber viele Ausländer in der Disco hast, geht’s dort richtig ab und alle tanzen…
Disco hast, geht’s dort richtig ab und alle tanzen…
Naja, so war es dann auch. Es waren 40% Ausländer da, wobei die meisten Spanier oder Inder gewesen sind. Es war gerammelt voll. Immerhin konnte man dann nit umfliegen
Haben uns an der Bar einen Long-Island-Icetea geholt und sind ab auf die Tanzfläche. Das war so witzig, weil ca. 90% aller Männer schwul waren und sie voll abgegangen sind. Die waren so süß und knuffig. Schnell hatten wir Anschluss gefunden und haben das Haus gerockt.
Die Musik war eigentlich so wie bei uns im OM oder Nachtwerk. Nur das sehr viel Sarah Connor kam, weil sie hier so angesagt ist. Hat sogar jede Woche ihre eigene Sendung, wo nur über sie berichtet wird… Es ist auch eine Band aufgetreten. 2 Männer und eine Frau. Die Frau konnte nur Lady Gaga singen und der eine nur Spanische Lieder. Aber es hat riesen Spass gemacht. Die Leute sind dann zu denen auf die Bühne gestiegen und haben mitgesungen oder getanzt. Hab das noch nie so erlebt
Mit dem einen von der Band haben wir auch noch ein paar Kurze getrunken. Er hat uns dann einem Chinesen vorgestellt, der anscheinend voll auf Ausländer steht. Naja, wir haben den dann den ganzen Abend bezahlen lassen und haben uns um 2 morgens verdrückt.
leider hat die Disco schon um 2 zu gemacht, aber das hat echt gereicht
Alles in allem war es ein sehr gelungener Abend und wir hatten viel Spass!
Chinabraut - Fr, 10. Sep, 08:05
So, denke jetzt hat jeder mitbekommen, dass ich in die neue Wohnung gezogen bin…
Das war ein Act. Hab am Mittwoch schon angefangen die erste Fuhre zu packen, da ich am Donnerstag zu Jenny in meine neue Wohnung kommen musste, um den Schlüssel von ihr zu bekommen, da sie ja nach Belgien zieht. Wenn ich eh hin muss, dachte ich nehm ich einfach schon einmal was mit. Hab dann meinen großen roten Koffer vollgeladen, meinen kleinen Handgepäckkoffer und noch 2 Tüten. Mit der Metro wie ich das eigentlich geplant hatte, hätte ich es nit transportieren können, da ich schon fix und fertig war, als ich aus dem Apartmentkomplex auf die Straße gelaufen bin. Hab dann das Taxi genommen und mich vor die Haustüre fahren lassen.
Hab die Wohnung ja noch nie vorher gesehen und es war gigantisch. Alleine schon der Hof bzw. Park und der große Swimmingpool. Überall sind griechische Säulen aufgestellt mit indirekter Beleuchtung. Als mich der Securitymann endlich rein gelassen hat, gings in die Wohnung.

Überall war ein Durcheinander, da Jenny ja im Aufbruch war. Das wichtigste hat sie mir noch erklärt und weg war sie. Ich in der neuen Wohnung alleine und konnte mein Glück kaum fassen. Hab zuerst die Koffer ausgeräumt und diese dann diesmal mit der Metro heimgefahren, da ich noch eine Nacht in der alten Wohnung schlafen wollte. Dann hab ich am Freitag die zweite Fuhre hingefahren und das wars dann.
Erst einmal alles einräumen und putzen und wieder umräumen, die Frauen unter uns kennen das ja
Hab jetzt eine 3-Zimmerwohnung, bestehend aus einem Schlafzimmer, einer Küche
, einem Büro, einem Wohn- und Esszimmer
, einem Bad
und zwei Balkonen. Insgesamt um die 70m². alle Möbel sind von IKEA und total schick. Der Fernseh ist so riesig, dass ich einen total doofen Winkel habe, wenn ich flach auf der Couch liege und dann nix mehr sehe. Also nimma rumlümmeln und so...
Und ich hab einen Backofen, was nit zur Grundausstattung in China gehört.
Nachdem am Sonntag dann der Klimaanlagenmann meine Klimaanlagen repariert hatte (ich hab 3 Stück), durfte ich 1,5 Stunden lang die Wohnung putzen, da er schön den ganzen Dreck in der Wohnung verteilt hatte. Genau in diesem Moment kam dann meine Hausmeisterin und fragte, ob ich nicht eine Putzhilfe in meiner Wohnung bräuchte. Einen Gedanken war es Wert, aber es bringt dir auch nix, wenn du dann nochmal alles nachputzen musst, weil die hier einen anderen Standard haben. Zudem kann man das Geld für besseres verwenden.
Nun ist die Wohnung blitz blank und wartet auf ein bisschen Deko. Werde mal schauen, wann ich die Frau treffe, wo so Wandsticker verkauft.
Aber sie ist auch so gemütlich, ich hätte Platz für 2, gell Schatz...
Chinabraut - Fr, 10. Sep, 08:03
Am Sonntag haben wir es uns gut gehen lassen…. Jasmin und ich sind in einen Massagetempel gegangen. Von außen sah das ganze ganz ehrlich ein bisschen schmuddelig aus. Aber meistens täuscht das Äußere ja und innen sieht es super aus. So war es dann auch: alles war schön sauber und ordentlich.
Jasmin war zum Glück schon ein paar Mal da und hat für uns beide bestellt. Das sah dann so aus: sie wusste den Preis und zeigte einfach auf die entsprechende Stelle auf der Preisliste.
Dann hat uns eine Dame im Qipao in unser Separé gebracht. Ihr müsst es euch so vorstellen: es ist ein einziger großer Raum, der durch Holzwände mit undurchschaubarem Glas oberhalb abgetrennt ist. In jedem Separé sind 3 Massagesessel, wo man auch zusammen sich massieren lassen kann. Darüber war ich auch sehr froh, da man ja nie weiß was alles so passieren kann
Zuerst wurde uns wie immer Tee gebracht und auch Obst. Dann mussten wir unsere Füße jeweils in einen Bottich mit heißem Wasser stellen. Und es war wirklich heiß, hab da schon eine Weile gebraucht, bis ich sie dann einfach reingestellt hatte und mir so lange auf die Zähne gebissen habe, bis der Schmerz nach lies.
Dann kam die Masseuse von hinten und hat angefangen mit den Schultern. Anfangs tat das immer saumäßig weh, aber man gewöhnt sich an den Schmerz und je länger sie es machen, desto besser fühlt es sich an.
Dann ging es einmal den Rücken runter. Wusste gar nicht wie viele Wirbel man da hat. Danach auf jeden Fall schon
Weiter gings mit dem Nacken. Da kam dann echt der Clou: sie hat da so auf eine Stelle gedrückt, dass mir die Arme und Beine kurz taub geworden sind. War das komisch… da könnt ihr mal sehen, wie stark das zum Teil war…
Dann musste man sich umsetzen und es kamen die Hände und Arme dran. Unsere Masseusen waren ja eigentlich recht nett. Sie haben zumindest vorne rum voll lieb gemacht, aber hinten rum kams dann raus. Die haben nur gelästert und dann aber unschuldig gemacht. Zum Glück kennen wir ja dieses Verhalten aus Deutschland schon von manch anderen.
Hauptsache sie haben weiter massiert *hihi*
Die Finger haben sie auch so schnalzen lassen, dass man gemeint hat, dass sie einem alle Finger brechen. Hab auch echt überlegt, ob ich am Montag zur Arbeit kommen kann, wenn die mir alles bricht. Kann man mit Gips am PC schreiben? Aber die Aufregung war umsonst
alle Finger sind noch dran!
Die Füße haben sie uns zum Schluss auch noch massiert. Dafür haben sie sie abgetrocknet und mit Vaseline eingeschmiert. Die wurde gleich warm und ab ging die Massage. Manchmal wars ein bissl kitzlig, manchmal tat es auch weh, aber es hat Wunder gewirkt… alleine die Fußmassage ging eine halbe Stunde.
Nach 1,5 Stunden war alles fertig. Wir haben bezahlt und sind nach Hause geschwebt. Für 5€ kann man echt nix sagen und wir haben ja auch nit verstanden, was sie so gelästert haben.
Ich hab echt nix mehr gefühlt. Mir kam es so vor, als wäre mein Körper ganz weit weg. Das hört sich jetzt ein bissl blöd an, aber man schwebte einfach so auf einer Wolke dahin.
Wegen dem vorhin, nochmal als Anmerkung. Als Jasmin letztes Mal alleine war, hatte sie extra ein Mann massiert, den ihr die Chefin zugeteilt hatte. Anscheinend hatte es sie irritiert, dass sie alleine gekommen ist. So wusste die Chefin nit, ob Jasmin eine Massage mit Happy Ending wollte. Ihr kam es schon ein bisschen seltsam vor, aber es gibt ja auch Kindergärtner, oder? Warum nicht auch Masseure in China... Und anscheinend kommen viele Frauen nur deswegen zur Massage. ACHTUNG: Wir wollten ausschließlich eine Massage, nit dass ich ärger mit meinem Schatzi daheim bekomm Als von ihr dann keine Annäherung kam, wird es wohl auch der Masseur verstanden haben, dass es nur um die Massage ging und nicht um das Happy Ending...
Der Schreck kam dann am nächsten Morgen
als ich in den Spiegel schaute, weil mich am Rücken was gezwickt hatte, bin ich erstarrt… mein ganzer Rücken war total blau. Überall waren kleine blaue Flecken und genau da, wo sie auch massiert hatte. Sowas hab ich echt noch nie erlebt. Jasmin hatte mich zwar vorgewarnt, aber geglaubt hatte ichs nicht so richtig, bis zu diesem Morgen eben.
Aber sie hat echt geholfen und verspannt bin ich auch nicht mehr. Es ist vielleicht ein bisschen rabiat, aber da muss man eben durch. Chinesen sind eben hart im nehmen und wie hart hat man echt gemerkt. Oder sein haben es für uns extra hart gemacht, wer weiß!
In ein paar Tagen sind die blauen Flecke weg und ich kann ein zweites Mal hin
Chinabraut - Fr, 10. Sep, 08:01
Hey,
am Montagabend war ich mit Jenny Sushi essen. Dachte ich lade sie zum Essen ein, da ich am Wochenende in ihre Wohnung einziehe und sie mir so viele Sachen da lässt (Honig, ihren Wok, Bettwäsche, Handtücher, Besteck, Wasserspender mit 5 Kanistern Wasser, Essig, Öl…), dass ich mich auf diese Weise bedankt habe.
Zuallererst musste ich mit der Metro zum Restaurant fahren. Seekuen hat mich zum Glück begleitet, da er auch dort wohnt. Ich hab noch nie so viele Menschen auf einmal gesehen… irgendwas hatte da nicht gestimmt. Wir standen schon relativ weit vorne an und mussten über eine halbe Stunde warten, bis wir in eine rein konnten. Normalerweise wartet man in der Rush Hour grad mal eine Metro ab, also 5 Minuten. Dann haben wir uns in die Metro reingedrängt… umfallen konnte man auf jeden Fall nicht mehr. Leider standen wir nicht am Ausgang und da wir nur eine Station fahren mussten, war das so anstrengend.
Seekuen meinte, als die Metro hielt, dass wir raus müssen. Ich meinte: „Das ist ja schön, aber ich komm hier einfach nicht durch.“ Dann meinte er nur: „Dann drück oder mach irgendwas. Hauptsache wir fahren nicht weiter.“ Dann hab ich die Leute einfach auf die Seite drücken müssen und es wollten ja hunderte rein und auch hunderte wieder raus. Es war alles ein heilloses Durcheinander… aber wir habens geschafft
Dort hatte mich dann Jenny abgeholt und wir sind zum Sushi-Mann. Von der Größe her, war es vielleicht so groß wie unsere Küche daheim. Es war ein langer Schlauch. Hinten war die Küche, wo die Köche das Sushi zubereitet haben. Davor war der Tresen, wo die professionellen Köche die besonderen Gerichte zubereitet hatten. Der Rest war alles wie man es aus dem Fernsehen kennt: es läuft ein Band über die Theke, wo alle Teller drauf stehen und an einem durchfahren. Will man dann eines, nimmt man es einfach runter und isst es. Die Preise erkennt man an den Farben des Tellers. Die Preise reichen von 90 Cent pro Teller, bis hin zu 4 Euro, wobei man in Deutschland locker das 5-fache dafür bezahlen würde. Man kann sich auch noch spezielle Sachen aus der Karte aussuchen. Die kosten auch meistens zwischen 2 und 3 Euro.
Zu anfangs bricht man seine Essstäbchen auseinander. Dann hat man vor sich eine große und eine kleine Schale. In die Große kann man sein Sushi ablegen. In die Kleine mischt man sich Sojasoße mit Wasabi. Je nachdem wie scharf man es gerne hat. Aber aufgepasst: selbst eine kleine Menge ist verdammt scharf. Vor allem brennt es dann im Rachen und in der Nase und es treibt einem die Tränen in die Augen… fragt mich jetzt ja nicht woher ich das weiß
Das Sushi tunkt man dann in das Soja-Wasabi-Gemisch und isst es. Man sollte nur aufpassen, denn je mehr man das Sushi tunkt, desto schneller fliegt es auseinander, da der Reis sich dann löst und man alles schön auf dem Tisch verteilt. Ist mir jedoch nicht passiert
Wir haben Sojabohnen gegessen und Lachssushi. Dazu einen Wrap (keine Ahnung wie der Japanische Name war, aber ich schau es nach) aus Algenblättern und darin waren Shrimps, Kraut, Reis und Karotten. Darüber kippt man Sojasoße (Achtung, unten fließt es dann auch wieder raus
und dann isst mans einfach. Fein! Und auch Sushi nur mit Shrimps drauf. Alles ist natürlich kalt, aber so fein. Und pro Person bezahlt man gerade mal zwischen 6 und 8 Euro, je nachdem was für Gerichte man auswählt.
Danach hab ich mich mit Jasmin zur Sprachschule verabredet. Die ist gerade 2 Minuten Fußweg von dem Sushi-Mann und auch nur 3 Minuten von meiner zukünftigen Wohnung weg. Sie ist im 13. Stock. Als wir rein kamen, haben uns Lily und Suey herzlich empfangen.
Wir gingen alle in denen ihr Büro und sie haben und das Programm vorgestellt. Da Jasmin leider schon am 31. September nach Deutschland geht, kann sie nicht so viele Stunden nehmen. Deswegen wollten uns die Lehrer auch trennen. Sie haben uns die Bücher gezeigt und gesagt, wie das hier so abläuft. Ein Kursbuch kostet gerade mal 2,60 Euro! Haben dann auch gleich eine Probestunde für Freitag vereinbart um zu testen, ob das überhaupt in Frage kommt.
Leider hat sie sich bei mir um 100 Stunden verrechnet. Keine Ahnung wie sie drauf gekommen ist, aber sie meinte, dass ich 200 Stunden nehmen kann. Nach meiner Rechnung komme ich aber nur auf 100 Stunden, wenn ich in der Woche mindestens zwei Mal gehe. Naja werde das am Freitag noch einmal klären
Ansonsten war der erste Eindruck ganz gut. Alle waren voll lieb und nett, aber das müssen sie ja auch, sonst würde ja keiner kommen :-D Jeden Monat veranstalten sie auch Treffen mit allen Schülern und schauen.
Sehenswürdigkeiten an oder gehen essen. Dann lernt man die anderen auch kennen, da ich einen Kurs besuchen möchte, in dem nur der Lehrer mich und noch eine Amerikanerin unterrichtet. Ein Gruppenkurs wäre bestimmt billiger, aber man lernt auch weniger, da die Lehrer nicht so viel Zeit für einen haben.
Jetzt schauen wir uns das am Freitag mal an und entscheiden, wie viele Stunden wir nehmen
Chinabraut - Fr, 10. Sep, 07:59
Hallo!
Am Sonntag war ich zum ersten Mal in dem Fitnessstudio. Jenny meinte, vielleicht kann man ihren Vertrag, der noch bis Ende Januar läuft auf mich umschreiben. Also wollte ich mir das erst mal anschauen…
Hab mir vorher noch schnell Sportschuhe und ein Sportshirt gekauft, weil ich keine dabei hatte. Hab 13 € insgesamt bezahlt und fand es echt gut. Das T-Shirt musste ich in XXXL kaufen, da mir die Verkäuferin erklärte, dass man bei den deutschen Größen noch drei dazurechnen muss, um auf die chinesischen zu kommen. Naja, habs überlebt
Dann hab ich mich mit Jenny am Eingang getroffen und es war total schön. Damit die Leute aufmerksam werden, haben sie draußen Boxen aufgestellt und laute Musik abgespielt. Es war echt toll.
Dann wurden wir von George empfangen, unserem Coach. Er hat mir dann alles erklärt und mir gezeigt wo ich was finde. Er kann zum Glück gut Englisch und so war das verständigen kein Problem.
Das Sportcenter an sich ist nicht so groß. Im Keller sind die ganzen Geräte und auch ein kleines Schwimmbad. Wobei das wirklich klein ist. Vielleicht 10 x 15m. und es schwimmen generell 30 Chinesen drin rum. Da macht das schwimmen doch keinen Spass, wenn man ständig den Leuten ausweichen muss, oder?
Hab mich dann mit Jenny 2 Stunden ausgetobt. Die Leute wo da waren, waren auch ganz anders als in Deutschland. Im Sportpark haben sich die Mädels ja noch extra aufgehübscht und geschminkt etc. obwohl ja beim schwitzen eh alles verläuft, aber naja… Hier will man was erreichen und man schaut eigentlich nicht so auf die anderen.
Naja, ich habs schon gemacht und da sind mir Leute untergekommen…. Bis jetzt hatte ich nur Chinesen getroffen an denen nix dran war und ne Hühnerbrust haben. Dort sah es ganz anders aus. Die hatten richtige Oberarme und ein richtig breites Kreuz. So musste ich mein Bild von den Chinesen doch nochmal überdenken. Wobei mein Schatz ja meinte, dass man das nur hinbekommt, wenn man sich noch ein paar Pillen einwirft, aber das machen sie ja überall auf der Welt ;-) und wenn das Ergebnis so aussieht…
Die Klamotten waren auch recht witzig. Einer hatte ein lila farbenes Muskelshirt an und dazu eine kurze pinke Hose. Das war so lustig, weil er gelaufen ist wie wenn er Rassierklingen unter den Achseln hätte und dann aber ne pinke Hose angezogen hat. Hab mich dann gleich beim Wassertrinken verschluckt.
Ausländer waren auch welche da. Die schauen als meist mehr als die Chinesen, weil sie immer rausfinden wollen, aus welchem Land man denn kommt, aber hab keinen Ton gesagt.
Hab mich dazu entschieden, dass ich dort bleiben möchte und für einmalige 30€ schreiben sie mir den Vertrag um. So toll wenn ich wieder komme laufe ich auch mit Rassierklingen unter den Achseln rum *hihi*
Dann mach ich dir Konkurrenz, Schatz! Pass auf
Chinabraut - Fr, 10. Sep, 07:38
Nun kann ich euch endlich mal was über die Sehenswürdigkeiten hier erzählen und zeigen…
Am Samstag waren Jasmin und ich bei dem Bright Filial Piety Temple, auch Guangxiao Tempel genannt. Er ist der ältesten Tempel in Guangzhou und war das zu Haus des Prinzen Zhao Jiande of the Nanyue Kingdom. Wir waren schon voll gespannt aber die Erwartungen wurden vollstens erfüllt.
Wir sind um 12:30 mit der Metro hingefahren. Da natürlich keiner von uns vorher dort gewesen ist, wussten wir nicht, in welche Richtung wir laufen sollten. Zum Glück war da ein Mc Donald´s, bei denen wir dann nachgefragt hatten, denn da ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass man einen Menschen findet der Englisch spricht.
Das haben wir dann auch und waren in 10 Minuten dort.
Das Gelände umfasst 31.000m² und wurde von einem Mönch erbaut, 317-420 nach Christus. Einer der sechs Gründer des Chinesischen Buddhismus, hat dort seinen Kopf rasiert und ist Mönch geworden. Aus diesem Grund hat man dort eine Pagoda errichtet, um seiner Haare zu gedenken. Dort sollen noch immer die Haare des Mönches begraben sein…Der Anblick war beeindruckend. Der Eingangsbereich war so riesig, dass er uns schon ein bissl eingeschüchtert hatte.
Nach dem wir 50 Cent Eintritt gezahlt hatten, sind wir rein gegangen. Gleich sind wir auf einen riesigen Bewacher zugelaufen, von denen sie zwei Stück am Eingang platziert hatten.
Die Chinesen haben vor ihnen gebetet und ihnen Opfer gebracht. Dazu haben sie Räucherstäbchen angezündet, die man auch hier kaufen konnte und haben ihnen Essen hingestellt.
Hier war das Angebot unbegrenzt: Reis, Würstchen, Gemüse, Mooncakes, Nudeln, Fisch, Chinesisches Brot, Süßigkeiten… Jasmin meinte auch, als sie in Taiwan in einem Tempel waren, hat ihr die Wärterin Bonbons aus den Opfergaben angeboten. Das war eine sehr große Geste aus Respekt, was sie nicht bei jedem machen würden.
Danach sind wir auf den Hof gelaufen. Dieser ist der zentrale Punkt und führt in den Tempel und in die verschiedenen Gebetsräume hinein. In der Mitte des Hofes stand ein großer Trog aus Sand, in denen die Chinesen ihre Räucherstäbchen hinein gesteckt haben. Dieser war so ca. 4 m lang und einen Meter breit. Naja, der Geruch hing über dem ganzen Tempel, aber nach ein paar Minuten hat man das dann gar nimma gerochen.
Dann sind wir in den Haupttempel gegangen. Wir kamen aus dem Staunen gar nicht mehr heraus… es waren einige Reihen mit Sitzpolstern ausgelegt, wo man sein Gebet verrichten konnte. Die Kissen waren sehr alt und auch sehr abgewetzt. Dann kam eine Absperrung aus Holz, so wie ein Zaun, damit man nicht vor laufen konnte, denn da saß der Buddha. Ich habe noch nie einen in solchen Ausmaßen gesehen. Er war 4-5m hoch und genauso breit an das Gewicht das der hatte wollten wir gar nicht denken. Er war aus Bronze und hat so schön geschimmert…
Hier glaubt man dran, dass es Glück bringt, wenn man an den Bauch des Buddhas fässt. Naja, wir sind leider nit dran gekommen, aber wir hatten ja schon Glück, dass wir ihn gefunden hatten.
Noch ein alter Brauch ist das Geld verbrennen. Hierzu kaufen die Chinesen Papiergeld, ähnlich wie das Geld bei Monopoly und verbrennen es in großen Öfen, oder auch in großen Tonnen. Dies soll auch Glück bringen und vor allem Wohlstand.
Dann haben wir den anderen Tempel gesucht, den „Temple of Six Banyan Trees“, aber nach einer Stunde haben wir aufgegeben. Wir haben dann noch ein bissl geshoppt. Das war so witzig. In einem Laden wollte ich unbedingt einen goldenen Löwen haben. Also wollte sie für einen kleinen, gerade mal 5cm groß, 8€ haben. Als wir dann fertig mit verhandeln waren, bekam ich für die 8 € von der Verkäuferin zwei von den Löwen und noch einen Elefanten. Sie war dann auch froh, als wir gegangen waren
Danach haben wir noch die Sun Yat-sen Memorial Hall angeschaut, das ist ein Museum, welche dem berühmten Sun Yat-sen gewidmet ist. Er war ein Revolutionär und hat viele Sachen in Guangzhou in Bewegung gebracht. Da er jedoch nicht von allen verehrt wurde, musste er 16 Jahre flüchten, da auf ihm ein großes Kopfgeld ausgesetzt wurde. Er war Übergangspräsident und gründete die nationale Volkspartei. Zudem hat er auch die Nationalversammlung eingeführt und stellte die drei Prinzipien des Volkes auf: Nationalismus, Demokratie und soziale Sicherung des Lebensunterhalts für alle. Die drei Prinzipien wurden zur offiziellen Gründungsideologie der Republik Chinas und Sun Yat-sen galt von nun an als ihr Vater.Die Fläche beträgt hier 62.000m². dazu gehört noch ein groß angelegter Park. Davor ist eine große Bronzestatue von ihm aufgestellt.
Es sieht sehr modern und neu aus was daher rührt, dass es erst 1998 restauriert wurde. Innen liegt ein großer Saal, in dem mehrere Tausend Leute (genauer gesagt 3.238) Platz haben. Mir kam es nit so riesig vor, aber es stand eben in dem Prospekt.
An sich war es ok es sich mal anzuschauen, aber es war jetzt nicht so interessant. Man war eben da, aber das solls ja auch mal geben. Kann ja nit alles immer toll sein
Chinabraut - Fr, 10. Sep, 07:36
Wir waren den ersten Abend zusammen Essen: Harrist (ein Chinese der in Deutschland studiert hat), Lisa, Christina (Praktikantin der AHK in China) und ich.
Da Harris ja perfekt Chinesisch spricht, sollte er ja
haben wir ihm gesagt was wir wollen und er hat alles dann auf Chinesisch bestellt. Nach einer halben Stunde hatten dann auch alle was sie wollten… naja, die Bilder sehen schon anders aus, als es in Wirklichkeit ist….
Der Fisch kam in einer Suppe an, wobei die Haut noch dran war und alles andere auch, also sprich Augen,… Zum Glück hat Christina das mit den Augen gesehen, wer weiß ob ich es sonst nit gegessen hätte *würg*
Die Ente kam in kleinen Stückchen an, aber jedoch mal wieder mit Knochen… haben wir dann au nit so viel von gegessen.
Die Auberginen und der Reis bestellen wir eigentlich schon immer pro forma, da wir wissen, dass man da nix falsch machen kann. So war es dann auch, das haben wir alles leer gegessen.
Danach wollten wir noch nit heim und sind noch in eine Bar gegangen. Ins Hooley´s, da waren wir ja auch schon vom Geschäft aus. Diesmal war wieder eine Band da, wie glaub ich jedes Wochenende und die waren echt gut. Die Musikrichtung war eher so Rock, aber gepaart mit Metall, Gothic und Punk. Also kurz gesagt: es ging voll ab. Naja zumindest auf der Bühne. Die Leute im Publikum haben alle mal hinbekommen, den Kopf nach oben und unten zu bewegen, wenn überhaupt.
Sie bestand aus 3 Typen. Einem Schlagzeuger, der typisch chinesisch aussah. Einem Gitarristen, den man zu den dunkelhäutigen zählen kann und dem Sänger. Bei dem waren wir uns nicht so sicher, weil er ein bissl Chinesische Züge hatte, aber perfekt Englisch sprach und doch europäisch aussah… auf jeden Fall hat er die Bühne gerockt!
Dort hat Christina dann einen Iren kennen gelernt. Da sie ganze 3 Monate in Irland gelebt hatte, fanden sie gleich zueinander und haben sich prächtig amüsiert und die ganze Nacht geredet. Danach bin ich nach Hause, da mir nit so gut war und ich ja noch mit euch skypen wollte
Sie ging noch mit ihm in eine andere Bar. Dort haben sie dann eine Flasche Wodka geköpft.
Lisa und Harrist sind auch nach Hause gegangen, da wir ja schon den ganzen Tag unterwegs waren, zumindest Lisa und ich. Wir waren auf einem „Markt“, wo jeder Händler seine Waren direkt anbietet und man sie zu einem billigen Preis bekommt, natürlich alles legal.
Klar, haben wir dort Handtaschen gekauft und auch ein paar Geldbeutel, man kann ja nie genug haben. Hab mir aber auch ein Limit gesetzt: pro Woche kaufe ich mir nur eine neue Handtasche und bis jetzt hab ich mich auch dran gehalten. Naja, bin ja auch erst seit 3 Wochen hier
Chinabraut - Fr, 10. Sep, 07:35
Ich steh weit oben am Balkon
Und seh die Zukunft weit und breit,
Nur Licht, Stahl und Beton,
Die Stadt ist ne WG ohne Gemeinschaftsgeist.
Gestapelt wie in Kartons, lebt man modern,
Egal wohin man reist.
Und schon wieder lieg ich wach
und so vieles rauscht vorbei,
Warum ist jede stadt auch ein bisschen wie daheim?
Wirkt sicher wie eingelebt,
All der Kleinkram neben meinem Bett.
Ich hol mir mein Kaffee und meine Post,
Kommt übers Internet.
Ich schreib allen mir geht es gut
Und wie gut es tut,
Mal allein zu sein.
Alle meinten "Mensch, du hast Mut"
Und wie gern würden sie auch mal woanders sein...
Und schon wieder lieg ich wach,
Und so vieles rauscht vorbei,
Darum ist jede Stadt, auch ein bisschen wie daheim!
Denke dieser Song passt ganz gut ...
Chinabraut - Fr, 10. Sep, 07:34
Das Mondfest (Zhongqiu) wird im September gefeiert und ist eines der drei berühmtesten und wichtigsten Ereignisse in China.
Bei diesem Fest wird dem Mond im Herbst und der Sonne im Frühling gehuldigt. Der 15. August wird Midsommer genannt. Die Legende besagt, dass in diesen Törtchen die Regeln der Mongolen geschmuggelt wurden. Aus diesen ging dann die Revolution hervor in dem die Anführer behaupteten, dass mit diesen Törtchen eine Plage abzuwehren war und man durch deren Verzehr nicht krank wurde. So hat sich die Nachricht darin rasend schnell verbreitet und diese wurde dann am 15. August angestoßen. Anders als Zettel waren auch auf der Oberfläche geheime Botschaften versteckt. Dafür mussten die Törtchen in jeweils 4 Stücke geschnitten werden. Die 4 Törtchen in einem Packet wurden also in 16 Stücke geschnitten und erst in der richtigen Zusammensetzung konnte man die Nachricht lesen. Danach wurden sie schnell aufgegessen. Nur damit man mal den Hintergrund versteht...
Dazu gibt es natürlich Mondkuchen. Dies sind kleine Kuchen, die es von einer Größe von 5cm Durchmesser die bis zu handtellergossen Stücken reichen. Die Geschmacksrichtungen sind variabel… Es gibt sie mit Lotusblütenpaste, mit Gemüse, Nüssen, Bohnen, Käse, Schokolade, Kaffee, Datteln aber auch mit Fleisch. Traditionell ist in der Mitte auch ein Eigelb drin. Sie sind rund und haben oben eine spezielle Gravur.
Für den Anfang hab ich mir verschiedene Geschmacksrichtungen besorgt, um zu testen welche denn gut schmecken. Bis jetzt fand ich das mit Ei und Lotusblütenpaste am besten, aber Geschmäcker sind ja da verschieden.
Und jede Bäckerei hat ihr eigenes Rezept. Die gibt es auch in Supermärkten, aber da schmecken sie anscheinend nit so gut, sagen zumindest die anderen…
Exotischere oder ausgefallenere Variationen gibt es im Starbucks. Die haben sich neue Variationen überlegt, die ich unbedingt auch probieren werde. Die haben verschiedene Sorten wie Karamel Macchiato, Cranberry Hibiskus und Orange Zitrone. Viele finden dies zu modern, doch gerade das ist doch mal was anderes, oder? Jedoch sind diese ziemlich teuer und kosten zwischen 200-300 RMB, das sind ca. 20-30€ pro Dose mit 4 Stück .
Dazu wird meistens Tee getrunken, wobei da nicht Tee gleich Tee ist. Da wird genau geschaut was man für einen Mondkuchen hat und welche Teesorte dazu passt. Ich darf meinen Arbeitskollegen gar nit sagen, dass ich daheim keinen Tee dazu trinke, sondern Wasser.
Das Beste an dem Mooncake ist sowieso die Verpackung. Die werden nämlich meistens in schönen Metalldosen angeboten und viele kaufen sie auch nur deswegen… Ich zähle mich da leider auch dazu. Die gibt es mit verschiedenen Motiven und in verschiedenen Größen. Für euch werde ich ein paar fotografieren...
Chinabraut - Fr, 10. Sep, 07:33
Hallo,
am Freitag waren wir vom Geschäft essen. Dabei waren alle Kollegen von HCN, angefangen von den Buchhaltern, über die Sekretärinnen bis hin zu den Chefs.
Es fing schon bei der Auswahl des Restaurants an, da wir es immer vor uns her geschoben hatten und schon war Donnerstag und wir hatten noch nix organisiert. Also stimmten wir kurzerhand ab und gingen in ein thailändisches Restaurant mit dem Namen „Banana leaf“.
Hin bin ich mit 2 Kollegen gefahren. Mein Chef (KC) saß am Steuer. Über den Straßenverkehr hab ich ja schon erzählt, oder??? Da mein zweiter Chef (Oliver) auch gefahren ist, haben sich die zwei ein Rennen geliefert, wer schneller ist.
Was ich nit wusste war, dass sie noch eine „Überraschung“ für mich hatten. Die Fahrt war schrecklich. An dieser Stelle möchte ich noch einmal die Deutschen Autofahrer loben. Macht weiter so. wir fuhren mit 160 Sachen auf dem Highway geradewegs auf einen Stau zu. Erst im allerletzten Moment ging er vom Gas und bremste. Ich hatte Todesängste. Dann haben wir Oliver aus den Augen verloren. Später haben wir ihn wieder eingeholt.
Hab aber nit gemerkt, dass er plötzlich neben uns gefahren ist und hat uns voll geschnitten. Ich hab schon mein letztes Stündlein schlagen hören und geschrien. Nebenbei hab ich mich ins Armaturenbrett gekrallt. Alle anderen im Auto haben gegrölt. Ich fands nit so witzig. Das haben sie ein paar Mal gemacht und die Autos waren nur noch wenige cm voneinander entfernt. Sie haben dann gemeint, dass sie das immer mit neuen machen. Aha, ganz toll... :-D
Dann haben sie uns an der Strasse vor ihren Apartments rausgelassen, da sie sich noch umziehen wollten und wir sollten dann ein Taxi nehmen. Das ist echt eine gute Strasse für Taxis, da hier immer welche fahren, meinte Oliver. Das haben wir dann gemerkt. Wir mussten 30 Minuten auf eines warten…
Angekommen haben wir auf die anderen gewartet. Das Restaurant war riesig. Es hatten bestimmt 500 Leute Platz. Dann hab ich au schon gesehen was mich erwartet. Um die Gäste zu unterhalten gab es 4 Männer und 4 Frauen, die getanzt und gesungen haben. Die Stimmen waren echt gut, aber sie hatten leider nur 5 Songs auf dem Kasten. Ich hab noch nie so schwule Männer gesehen, es war so witzig. Aber später mehr dazu…
KC hat dann für uns alle bestellt. Fisch, Fleisch, Gemüse, Nudeln, Suppe… der ganze Tisch war voll. Hier gibt es immer runde Tische, die in der Mitte einen Drehteller haben. So kommt man an alles dran und muss die anderen nicht bitten. Der Fisch war am Stück und KC hat in zum Glück für uns alle zubereitet. Dann gab es noch Hummer und jede Menge Fleisch. Alles war sehr scharf, aber das macht mir mittlerweile auch nix mehr aus.
Während dem ganzen Essen hat KC immer die Kellnerinnen bezirzt, dass Oliver heute Geburtstag hätte und sie ihm doch ein Lied singen sollen. Anfangs haben sie es auch nicht ernst genommen, doch irgendwann haben sie es dann geglaubt…
Auf einmal ging die Türe zu unserem Zimmer auf, wir hatten für unser Essen einen separaten Raum gewünscht, und rein kamen 3 Männer uns 2 Frauen, die auch sofort mit ihren Liedern loslegten, also mit den dreien die sie konnten. Da Lisa wirklich am Mittwoch Geburtstag hatte, haben sie ihr ein „Happy-Birthday“ gesungen. Doch dann gings erst los. Da alle Sänger sich eher dem anderen Geschlecht zuwanden und Oliver ganz nebenbei blond war und eben typisch Deutsch aussah, hatten alle ein Auge auf ihn geworfen. Er musste sich nun die ganze Zeit gegen die Anmachversuche der Sänger wehren und wir haben echt gegröhlt. Wer schon Deutsche süß findet die schwul sind, sollte erst die Chinesischen kennen lernen. Das war so süß und wir kamen aus dem Lachen echt nimma raus. Als sie draußen waren, meinet Oliver nur so zu KC: „Nächstes Mal bist du dran. Meine Rache wird teuflisch!“
Dann sind wir noch ein bisschen sitzen geblieben und KC hat seine Geschichten erzählt und den ganzen Tisch unterhalten. Wie er in Singapur Schildkröten gefangen hat und wie toll man dort schnorcheln kann. Dann meinte Samuel, dass er auch schon in Singapur schnorcheln war. Es wäre ganz toll gewesen. Als er dann sagte wo das war, meinte KC nur, dass man genau an dem Strand nix sehen würde und da keiner hingehen würde, nur Touris…
Danach sind wir noch in eine Bar gegangen. Das war ein Irish-Pub und dort waren sehr viele Ausländer. Da hat man sich dann au nit so angestarrt gefühlt. Meistens wurde auch Englisch geredet. Es gab Bier für alle. Die Freundinnen bzw. Frauen unserer Chefs sind dann auch dazu gekommen. Ihnen wurde es zu langweilig und dann sind wir in eine Karaoke-Bar gegangen.
Eigentlich wollte ich ja nit, aber ich wurde dann einfach mitgerissen… Die war in einem Hochhaus mit ca. 40 Stockwerken. Weiß leider nicht ob in allen Etagen Räume waren. Jedenfalls mietet man sich da einen Raum für seine Leute. Das ist nicht so wie in Deutschland, wo man sich vor der ganzen Kneipe zum Deppen macht. Hier sind es separate Räume, wo man es dann vor seinen Kollegen machen kann. Getränke und Snacks wurden dann immer reingebracht. Es gab Gin Tonic und Wasser sonst nix aber reicht ja auch.
Die erste Stunde hab ich nur zugeschaut und gelacht aber dann musste ich auch ran. KC hat ein Lied für mich bestellt. Was war es noch gleich? Ja, es war Super Trouper von ABBA. Lisa hat auch mitgesungen und so ging der Abend dann weiter. Wir waren 12 Personen und es war sehr witzig. Die meisten Lieder waren Englische. Bridge, unser IT-Spezialist, hat dann auch noch einen Militärmarsch gesungen. Den gibt es in jeder Sprache aber weiß nimma wie der heißt… International Dingsda oder so.
Eigentlich war es die ganze Zeit so ein Battle zwischen Männern und Frauen. Doch wir waren ziemlich ausgeglichen. Gerade die Performances von Oliver und KC, als sie „Angels“ von Robbie Williams oder „Something stupid“ von Robbie Williams und Nicole Kidman gesungen haben, war beindruckend. Einfach zum Brüllen, hab auch ein paar Bilder online gestellt ...
Zum Schluss haben wir uns fast schon drum gestritten wer singen darf. Wer hätte das gedacht...
Um 2 sind wir dann auch Heim gegangen. Der Hals tat weh und die Kraftreserven waren aufgebraucht. Mit Seekuen (unser neuer Chef der IT) bin ich dann nach Hause gefahren, da sein Apartment gerade bei mir um die Ecke ist. Das ist schon praktisch, da er aus Singapur kommt und alles mit dem Taxifahrer geregelt hat. Leider zieht er in 2 Wochen um und ich muss mir dann einen neuen Dolmetscher suchen :-(
So, dass war der erste Abend mit den Kollegen, sozusagen ein Einstand für Seekuen und mich, da wir zusammen angefangen haben. KC und Oliver meinten auch, dass wir sowas öfters machen sollten. Ich hätte nix dagegen einzuwenden, auch nicht, wenn wir wieder in eine Karaoke-Bar gehen würden
Chinabraut - Fr, 10. Sep, 07:30
Heute werden wir uns einmal den Straßenverkehr anschauen…
Um es gleich vorwegzunehmen: ja es gibt Regeln im Straßenverkehr und ja, es hält sich fast keiner dran. Wer sich nämlich daran hält, kommt nie dort an, wo er gerne hin möchte, weil er einfach von den anderen abgedrängt wird.
Mir wurde gesagt: „In China kannst du fahren wie du willst. Alle Verkehrsregeln sind hier sowas wie Gebote. Es gibt sie, man kennt sie doch dran halten tut sich keiner. Nur eine Regel gibt es, an die du dich immer halten musst: die Polizei hat immer Recht! Hast du einen Unfall mit einem Polizeifahrzeug, bekommst du grundsätzlich immer die Schuld, auch wenn du den Unfall selbst nicht verursacht hast. Ansonsten kannst du dich austoben, wie du willst.“
Klar, dachte ich. In einer Großstadt sich nicht an Regeln halten…
Doch es stimmt tatsächlich. Anfangs bin ich neben dem Taxifahrer fast gestorben, weil die fahren wie die Irren. Es wird anderen Autofahrern der Weg abgeschnitten, es wird gegen die Einbahnstraßen gefahren, es wird auf Gehwegen gefahren, es wird grundsätzlich ungern gebremst, es wird keine Rücksicht auf Radfahrer oder gar Fußgänger genommen… Ich könnte ewig so weiter machen.
Hat man als Fußgänger grün, schaut man trotzdem lieber noch zehn Mal um sich, da es bestimmt Autofahrer gibt, die unser grün mit ihrem „verwechseln“. Du musst da echt aufpassen. Gerade wenn sie nicht weiterkommen, dann fahren sie eben auf dem Gehweg. Dann wirst du als Fußgänger angehupt, warum du denn ausgerechnet auf dem Gehweg laufen musst, wenn doch er da fahren will. Ist schon eine Frechheit, als Fußgänger auf dem Gehweg zu laufen, oder? Nur wenn Bäume dort wachsen kannst du dir sicher sein, dass kein Auto drauf fahren will. Das ist echt witzig…
Ansonsten gilt das Gesetz des Stärkeren. Der Schwächere muss also nachgeben. So hat unser Busfahrer, der uns immer zur Firma fährt und auch wieder dort abholt, immer Recht. Der fährt in jede Lücke rein, wo er nur findet. Trotzdem hat der Bus keine Schramme und einen Unfall hatten wir in den zwei Wochen auch nicht. Da wird auf jedem Meter die Spur gewechselt, auch wenn es eigentlich keine Fahrspuren gibt. Es sind zwar die Markierungen auf dem Boden, doch sind 3 Fahrstreifen markiert, fahren mindestens 5 Autos nebeneinander und keiner will nachgeben. So passt manchmal grad eine Hand zwischen die Fahrzeuge. Das ist echt verrückt.
Zudem haben Autos immer Vorfahrt gegenüber Fußgängern oder Fahrradfahrern. So fährt unser Busfahrer, und auch alle anderen, einfach über eine Kreuzung oder in eine Straße rein und dann müssen alle Radfahrer und Fußgänger ausweichen, weil er nicht bremsen wird. Bevor man hier nämlich in China bremst, wird erst noch mindestens zehn Mal gehupt. Erst dann kann man dran denken, den Fuß vom Gas zu nehmen…
Gestern hätte er auch fast einen Hund überfahren, weil er einfach weiter gefahren ist und der Hund erst kurz vor knapp auf die Seite gerannt ist. Er hatte irgendetwas zum Fressen dort gefunden. Der Arme. Im Bus sind erst einmal alle Frauen zusammen gezuckt. Da sind sie auch nicht anders wie wir EuropäerInnen.
Doch das stört hier keinen. Hab mich auch schon dran gewöhnt und kann mittlerweile im Bus schlafen, wie alle anderen auch. An die Verhaltensweisen hab ich mich auch schon gewöhnt und fluche selbst schon, wenn mir irgendetwas den Weg versperrt oder ich nicht schnell genug durchkomme. Aber so schnell geht das manchmal eben. Bin aber trotzdem froh, dass ich nicht selbst fahren muss... :-)
Chinabraut - Fr, 10. Sep, 07:28
Hey ihr da draußen,
sorry, dass ihr so lange auf meinen nächsten Eintrag warten musstet… war keine Absicht, aber war ein bisschen im Stress.
Gestern waren wir in einem Indischen Restaurant essen. Es war ein bisschen stressig, weil ich um halb 7 daheim war und wir uns schon um 20:15 an der Metro treffen wollten. Also hab ich schnell geduscht, mich umgezogen und bin um viertel vor 8 (damit es au die Nicht-Badner verstehen
zur Metrostation losgelaufen. War das erste Mal, wo ich alleine gefahren bin, aber es war nit schwer. Überall sind Pläne aufgedruckt, auch in den Zügen, wo man genau sieht, welche Stationen schon angefahren wurden und welche nicht. Zudem sagen sie die Haltestationen auch in Englisch durch. Das hilft sehr, weil meistens die Metro so voll ist, dass man sich rein quetschen muss und man sich dann nimma drehen kann.
Hab mich dann an der Station Zhujiang New Town mit Lisa, meiner Arbeitskollegin getroffen. Sie ist auch Deutsche und lebt schon seit 10 Monaten hier. Sie hilft mir sehr, da sie mir wertvolle Insider-Tipps gibt. Ohne sie wäre ich manchmal schon sehr aufgeschmissen.
Dann haben wir uns auf die Suche nach einem Taxi gemacht. Klar, wenn man eh schon spät dran ist kommt auch kein Taxi. Also sind wir die Straße abgelaufen und haben nach einem Ausschau gehalten. An der großen Kreuzung sind wir dann mitten auf der Straße stehen geblieben (es waren jeweils 6 Spuren) und haben eines ran gewunken. Dem haben wir, wie immer eben, die Visitenkarte von dem Restaurant Vaastu gegeben und er sollte uns hin fahren. Er kannte den Weg leider auch nit so ganz und es wurde noch später… nach 10 Mal im Kreis fahren hatten wir es dann endlich gefunden un der Idiot hat uns auch noch die volle Fahrt berechnet. Eigentlich ist er ja selbst schuld, wenn er den Weg nit kennt. Aber da wir in Eile waren, haben wir es gut sein lassen…

Dort warteten auch schon Jenny und Cloe. Jenny ist auch Deutsche und lebt seit mehreren Jahren hier in Guangzhou. Doch leider hat die Zeit ein Ende, da sie durch die Liebe nach Belgien ziehen wird. Ich drücke den beiden hier mal ganz fest die Daumen und wünsche ganz viel Glück und jede Menge Spass Cloe ist Chinesin und arbeitet auch bei uns in der Firma. 4 Arbeitskolleginnen eben, die was Neues ausprobieren wollten.
Jenny hat schon ein paar Monate in Indien gelebt und uns durch das Menü geführt. Sie hat auch gesagt was wir essen können und was gut schmeckt. Da wir in China waren, gab es zu den meisten Gerichten auch schöne Bildchen in der Speisekarte. Leider sah vieles gleich aus
Wir haben von jedem etwas bestellt, sodass jeder alles probieren konnte. Das ist in China ebenfalls so üblich, die machen das ständig.
Als Vorspeise gab es „Vegetable Samosa“, also gefüllte Teigtaschen mit Gemüsefüllung.
Das konnte man dann in 2 Soßen dippen. Dazu gab es kleine Brotsticks und kleine, rote Zwiebeln. Die Zwiebeln waren jedoch mehrere Stunden eingelegt worden, sodass sie nicht mehr so scharf waren. Cloe hat jedoch eine abbekommen, die war ziemlich scharf und hat sogar ihr die Tränen in die Augen getrieben (sie ist in dieser Hinsicht ja sehr abgehärtet
Danach kam der Hauptgang… da Jenny Vegetarierin ist (das sind in Indien sehr viele) haben wir nur ein Fleischgericht bestellt, aber das „Chicken Tikka Masala“ (gegrillte marinierte Hähnchenfleischstücken in einer würzigen Tomatensoße, natürlich mit Curry)war auch sehr scharf. Wir hatten auch „Sambar“(ein Linsengericht), Shrimps und ein Gericht mit Spinat. Jedes Gericht wurde in einer „Masala“, also einer Soße serviert. Alles war mit Curry versetzt doch es war trotzdem sehr lecker. Dazu gab es dann Indisches Brot, „Cheese Nan“ und „Butter Nan“ einmal mit Butter innen drin und das andere mit Käse und Kräutern. Für Cloe gab es dann auch noch Reis dazu.
Alle Speisen haben wir in kleinen Schälchen aus Metall bekommen. Es sah echt nicht viel aus, aber es hat locker gereicht… Das könnt ihr ja auch an den Bildern sehen
Dazu haben wir „Mango Malassi“, ein Joghurt-Getränk getrunken, da dieser neutralisiert und einem die Schärfe nimmt. Ähnliches machen wir ja auch mit Milch in Deutschland. Ich war heil froh, dass ich das trinken konnte, denn manchmal blieb einem echt der Atem weg, vor lauter Schärfe :-D
Der Abend war sehr witzig und danach sind wir alle nach Hause gefahren, natürlich ganz China-Like mit dem Taxi
So, jetzt bekommen alle von mir den Auftrag Indisch zu essen, da es nichts Besseres gibt. Anfangs sehen die Gerichte gewöhnungsbedürftig aus und man erkennt keinen großen Unterschied, doch es schmeckt fantastisch. Auch der Currygeschmack ist nicht so intensiv, wie man denkt. Es passt einfach .
Nehmt euch die Zeit und probiert es aus. Es lohnt sich!!!
Viele Grüße!
Chinabraut - Fr, 10. Sep, 07:26
Guten Morgen,
dachte ich erzähle euch heute mal etwas übers shoppen in den Malls, bzw. in der Stadt. Allgemein in China gibt es hier viel mehr Arbeitskräfte als in Deutschland. Was bei uns eine Maschine machen würde, machen hier lieber 10 Arbeiter, da dies meist die billigere Variante ist...
Gestern war ich in der Mall. Das ist ein riesiges Einkaufszentrum mit hunderten von Läden auf einem Fleck, ähnlich wie die Arena bei uns zu Hause, nur in anderen Dimensionen. Es gab 6 Stockwerke dort. Unten ist die gesamte Ladenfläche Verkaufsfläche. Die anderen Stockwerke haben in der Mitte eine Freifläche, womit man bis ins Erdgeschoss schauen kann. Ähnlich wie bei den Hotels. Hier sind die Läden in einem Ring angeordnet. Wenn ich meine Bilder hochlade, wisst ihr was ich meine.
Auf jeder Ebene gibt es ca. 100 Geschäfte. Um einen Überblick zu gewinnen, wo man was findet hat jede Ebene ein anderes Thema. Unten gibt es immer Schmuck und Restaurants. Darüber kommen 2 Ebenen mit Klamotten für Frauen und mit Handtaschen, wobei die meist überall zu finden sind. Dann eine Ebene mit Männersachen und eine für Kinder. Ganz oben sind meistens Spielarenen bzw. Spielotheken wo sich die Chinesen die Zeit vertreiben können. Da ist es wahnsinnig laut, aber anscheinend hab nur ich das so empfunden. Überall blinkt es und schreit und hupt...
Aber die Chinesen fahren voll drauf ab. Überall wo es etwas Interaktives gibt, drücken die Chinesen sich die Daumen platt. So auch in der Metro. Da gibt es so eine Wand, wo man auf verschiedene Knöpfe drücken muss, die hintereinander aufblinken. Die Schlange dort ist riesig. Das genaue Ziel hab ich nicht verstanden, aber meine Freundin meinte, dass da oft kein Sinn dahinter steht.
Zurück zur Mall. Man hat mittendurch immer einen Gang, wo man von einem Geschäft zum nächsten gelangt. Dies ist die "Neutrale Zone". Betritt man ein Geschäft, kommt sofort eine Verkäuferin und folgt einem so lange, bis man das Geschäft wieder betritt. Will man etwas kaufen, sagt sie einem sofort den Preis und trägt die Sachen hinter einem her, damit man die Hände frei hat und besser schauen kann. Sie bringt einem dann auch Sachen, die meist ähnlich sind. Anfangs ist dies sehr ungewöhnlich, da man das bei uns ja gar nicht so kennt. Ich kam mir auch ein bisschen blöd vor und beobachtet. Doch man hat sich schnell daran gewöhnt. Wenn die Verkäuferin die Größe weiß, bringt sie einem gaaaaaaaaaanz viele Klamotten die passen könnten. Da muss man sich dann schon durchsetzen, wenn man diese Sachen nicht haben möchte.
Oft steht ein Preis an den Sachen, der jedoch nur proforma ist. Meistens gibt es satte Rabatte. Im Moment ist hier auch SSV und da bekommt man bis zu 90% Nachlass. Für viele Chinesen ist das dann immer noch teuer, doch für uns ist es ein echtes Paradies. Gerade Markennamen sind oft vertreten, wie z.B. adidas, Esprit, Madonna, Converse, Vera Moda aber auch Tissot, Swatch udn viele, viele andere. Das die Sachen dort auch nur einen Bruchteil kosten, muss ich wohl nicht extra erwähnen.
Alles in Allem macht shoppen hier genauso Spass, wenn nicht sogar noch mehr wie in "Good Old Germany". An die unterschiedlichen Gewohnheiten hat man sich schnell gewöhnt. Denke es wird erst mal wieder eine Umstellung sein, auf den ganzen Service in Deutschland zu verzichten, aber bis dahin ist ja noch ein bisschen Zeit...
Wünsche allen ein wunderschönes Wochenende.
Viele Grüße!!!
Chinabraut - Fr, 10. Sep, 07:24
Na ihr,
manches wundert mich hier noch immer, zum Beispiel das Schönheitsideal. So laufen alle trotz der Hitze mit Sonnenschirmen rum, oder ziehen sich Tüten über die Arme wenn sie Fahrrad fahren, nur um nicht braun zu werden. Zudem kaufen sie sich noch teure Cremes für über 40 Euro eine kleine Tube, die die Haut zusätzlich bleichen soll. In China gillt es als schön eine weiße Haut zu haben, da dies beweist, dass sie nicht harft arbeiten müssen, da die Arbeiter auf dem Feld alle braun werden.
Ein anderes Beispiel... Jeden Morgen laufe ich fast 30 Minuten zur Bushaltestelle. Eigentlich nix besondere, doch mir passieren immer wieder witzige Dinge. So ist heute Morgen eine Frau gegen einen Baum gelaufen, weil sie mir so nachgeschaut hat. Das war mir so unangenehm. Das passiert einem hier als Nicht-Chinese ständig. Man wird angestarrt wie ein Tier im Käfig. Mir ist noch nie aufgefallen, dass wir es mit Chinesen in Deutschland auch so machen.
Gestern hab ich zum ersten Mal die Waschmaschine bedient. Man war das aufregend
Musste zu allererst Fotos von dem Bedienfeld machen, da alles auf Chinesisch ist. Die hab ich dann meiner Arbeitskollegin gezeigt, welche mir alles auf Englisch übersetzt hat. Eigentlich ganz einfach. Als ich die Waschmaschine angestellt hab, kam so lange eine piepsige Melodie, bis ich den Deckel geschlossen und den Startknopf gedrückt hatte. Dann hörte die Musik plötzlich auf. Nichts passierte. Auf einmal fingen alle Lämpchen anzu blinken. Oh Gott, ich dachte gleich explodiert sie. Doch dann fing sie plötzlich an zu spülen und schleuderte. War ich erleichtert. Nach einer Stunde war sie fertig. Ich hatte saubere und gut riechende Wäsche...
Alleine das einkaufen einfachster Sachen dauert eine Ewigkeit. Dachte ich gönne mir mal eine Haarspülung und eine Körpercreme. In normalen Supermärkten gibts das nicht. Zum Glück hab ich auf dem Weg von der Arbeit nach Hause einen Drogeriemarkt entdeckt. Also ging ich hinein und schaute mich um. Gleich stürmten mehrere Verkäuferinnen auf mich zu und redeten in Chinesisch auf mich ein. Ein Glück hab ich nix davon verstanden
Die Shampooabteilung war gefunden, doch ich sah keine Spülung. Dann probierte ich alle solange aus, bis ich eine gefunden hatte. In China kann man nämlich alles versuchen. Das war mein Glück. Bei der Creme sah es schon anders aus. Also ging ich doch zu einer Verkäuferin und fragte sie danach. Ich brauchte schon alleine fünf Minten um zu merken, dass sie Englisch mit mir spricht. Hier wird man sehr geduldig und ruhig mit der Zeit. Es dauert eben alles seine Zeit.
Also versuchte sie mir Gesischtscreme für 100€ anzudrehen. nach 20 Minuten hatte ich sie dann soweit, dass die verstand, dass ich nichts für das gesicht wollte. Es war echt so witzig. Nach einer guten halben Stundewar ich froh und hatte alles was ich wollte.
Bevor ichs vergesse. Hab ich schon die Story von der Klimaanlage erzählt? Als ich angekommen bin, war es so heiß in meinem Apartment. Die Hitze draußen von 4o Grad war echt angenehm. Durchzulüften bringt in dem Fall auch nit viel. Da entdeckte ich die Klimaanlagen. Eine im Wohnzimmer und eine im Schlafzimmer. Doch wo war der Startknopf? Ich suchte ewig lange alles ab, doch ich fand nix. So langsam machte sich auch mein Kreislauf bemerkbar, ich war am Ende.
Mir fiel einfach nit ein, wie ich das Ding zum Laufen bringen sollte... Da kam die Lösung: Ich klopfte bei den Nachbarn und hoffte, dass sie Englisch sprechen. Das Hoffen war leider vergebens. Da mir nichts anderes übrig blieb, zog ich das Ehepaar in meine Wohnung und zeigte auf die Klimaanlage. Sie lachten und zeigten mit dem Daumen nach oben. Die dachten bestimmt, juhu, die hat die Klimaanlage gefunden.
Dann musste also wieder mit Händen und Füßen erklären. Also wedelte ich mit meinen Händen im Gesicht herum und versuchte denen klar zu machen, dass es unerträglich heiß ist, was sie dann auch selbst merkten. Nun hat die Frau mein Problem verstanden und erklärte es ihrem Mann. Der stellte nun endlich die verdammte Klimaanlage an. Dann zeigte er mir noch, auf welchen Knöpfen ich rumdrücken muss. Das war vor 6 Tagen und nun bin ich ein Profi im Klimaanlagen bedienen.
Um es nocheinmal zusammenzufassen: Hier muss man sich einfach zum Horst machen, um zu bekommen was man will. Doch es macht riesigen Spass und lässt keinen Alltagstrott aufkommen. Kann es jedem empfehlen. Ihr lernt über euch selbst hinauszuwachsen, auch wenn ihr euch manchmal in Grund und Boden schämt.
Grüße
Eure Steffi
Chinabraut - Fr, 10. Sep, 07:22
Hallo alle zusammen,
heute ist mein zweiter Tag in China. Ich kann es noch immer nicht glauben, endlich im land der aufgehenden Sonne zu sein. Der Abscheid am Flughafen von Mama und Brunofiel mir schwer. In dem Moment, als man alleine durch die Kontrolle geht, geht einem so viel im Kopf herum. Man fliegt ins Ungewisse, keine Ahnung, was einen dort erwartet...
Endlich im Flugzeug, ging der Stress erst los. Die Sitze waren so eng am Vordermann, dass ich vorne angeschlagen bin. Was sollen erst die 2-Meter-Menschen machen??? 99% Im Flugzeug waren Chinesen. Mein Sitznachbar war sehr nett. Er merkte gleich, dass ich nicht so oft fliege und hat mich abgelenkt. Das war ganz ok, doch das flaue Gefühl im Magen blieb...
Ja klar, es fliegen ständig Menschen von A nach B, doch man weiß doch nie ob alles glatt läuft. Zum Glück bin ich während des Fluges eingeschlafen und hab wenig mitbekommen. Zum Essen wurden wir geweckt. Da konnte ich mich schon einmal an China gewöhnen. Zum Frühstück gabs Reis mit Ei. Ungewöhnlich, aber man hat es doch runter bekommen. Nach 12 Stunden war ich endlich da.
Schnell das Gepäck abholen, doch erstmal muss man wissen, wo es ist. Es gab zwar nicht viele Kofferbänder, doch es war schon ein bisschen verwirrend. Bin einfach dem Strom gefolgt und so hat es auch geklappt. Dann gings durch einen Gesundheitscheck. Bestanden und los gings zum Ankunftsraum. Da stand auch schon meine Chinesin, die mich abholen sollte.
Sie war sehr nett und hat mich durch den Flughafen gelotst. Wir waren ganz unten und mussten in das oberste Stockwerk. Je höher wir gingen, desto heißer wurde es. Als wir auf die Straße traten, strieß es mich erst einmal zurück. Es aren über 40 Grad und eine hohe Luftfeuchtigkeit. Ich noch mit langen Hosen und Jacke an. Klar, haben mich alle so komisch angeschaut. Wenn man im Hochsommer mit langen Sachen herumrennt :-)
So fuhren wir eine Stunde durch die Stadt zu meinem Apartment. Gesprächig war sie nicht gerade, doch ich war sowieso mit schauen beschäftigt. Es sah alles so anders aus, als ich es mir vorgestellt hatte. Viel grün und Natur. Wahnsinn. Und das in einer Stadt mit ca. 10 Mio Einwohnern. Da können sich manche ne Scheibe von abschneiden :-)
Sie setzte mich dann vor meinem Apartment ab un ich musste den Weg alleine rein finden. Nein, ihr denkt da jetzt völlig falsch. Wie kann es denn schwer sein, wenn man vor dem Eingang steht...Ja es ist ein Komplex aus 7 Häusern und alles ist nur auf Chinesisch angeschrieben. hab mich dann durchgefragt und endlich meins gefunden.
Es liegt im 26. Stock und ist wahnsinnig schön. Die Fotos könnt ihr euch ja noch anschauen. Hätte sowas nie erwartet. so groß und hell. Klar kam mir der Schrank und auch das Fernsehregal bekannt vor, doch hier gibt es bestimt keinen IKEA, oder? Später wurde ich dann eines besseren belehrt...
Es sah soweit alles normal aus. Klar, in der Dusche gab es keinen richtigen Abfluss wie wir ihn kennen, sondern da ist nur ein Loch am Rand, aber es funktioniert. Nur beim Klo ist das etwasv anders... Hier soll man das Klopapier nicht runterspülen, sondern in einen Mülleimer werfen. Anfangs fand ich das auch eklig, doch man gewöhnt sich dran. Lieber so, als dass nachher die ganze Bude unter Wasser steht.
Die ersten Tage hab ich mich Deutsch ernährt. Mc und Pizzahut. Man isst eben nur das, was man kennt. Man weiß ja nie was man sonst isst, oder?
So, das wars fürs erste.
Melde mich morgen wieder :-)
Bussi
Chinabraut - Fr, 10. Sep, 07:19